Diese Aussage treffe ich dann, wenn weinerliche Stimmen sich mit effektüberladenen Gitarren und einem Schlagzeug welches das Ride-Becken quält vereinen. Eben Coldplay oder so.Schlecht ist die Musik nicht, aber wollen wir denn wirklich dieses depressive Gejaule? Einige schon, ich nicht. Umso erstaunlicher ist das Ereignis, das sich vor einigen Tagen zutrug. Da macht mich doch jemand auf Jeff Buckley aufmerksam. Kannte ich bis jetzt nicht.
Jeff Buckley ist seiner Zeit wohl um Jahre vorraus gewesen und laut Wikipedia ist er zu allem Überfluss auch noch bei einer Mutprobe ersoffen. (Lasst doch bitte diesen ganzen Quatsch) Aber wahrscheinlich haben sie auf seiner Beerdigung Songs von seinem Album "Grace" gespielt. Dabei ist der Pegel des Tränenmeeres wohl noch einige Meter gestiegen.
Ich muss an dieser Stelle auch bekunden, dass ich ein Experiment vorhabe. Der Versuchsaufbau ist denkbar einfach. Frau, "Hallelujah" von Buckley aus den Lautsprecher und es folgt die Heulerei. Soweit zumindest die Theorie. Das wird bei Gelegenheit getestet.
Warum war er seiner Zeit vorraus? Simpel. Er machte 1994 das, was heute Coldplay und andere kreieren. Kraftvolle Songs, mit viel Melancholie, einer außergewöhnlich klaren Produktion und viel Herzschmerz. Achja und Grunge!
So schön wie Mojo Pin dahingleitet, so derbe rockt "Eternal Life". Das Cover "Hallelujah" drückt auf die Tränendrüse. Die Stimme sehnt sich und erhebt sich in ungeahnte Höhen und die Gitarren klingen nicht nach den matschigen 90zigern. Wirklich ein Hörgenuss, wobei die Erträglichkeit der Musik sich für mich in Grenzen hält. Ehrlich gesagt ertrage ich das Album "Grace" auch nicht länger als 15 Minuten. Es bedarf etwas Frohsinn für meine Seele nach einem Ausflug in die Buckleysche Depression. Dieser Ausflug lohnt aber wirklich.
Morgen gibts was zu Till Brönner, hab schon angefangen!
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