Mit dem Bloggen ist es wie dem Lernen. Man muss sich immer durchringen etwas zu erledigen, auch wenn das Gefühl der Zufriedenheit und des Stolzes nach vollbrachter Arbeit lohnend ist.Mich bestrebt es zu dieser Jahreszeit eher Artikel zu formulieren, die sich vielen kleinen Aspekten widmen und diverse Themen ansprechen. Ich könnte auch sagen mir fällt nichts ansprechendes ein, aber das würde ja kein gutes Bild auf mich werfen!
Zwischen Kaffee und italienischer Grammatik kann ich mich jetzt aber überwinden eine Worthymne in Richtung Wu Tang zu jubilieren.
Der Wu Tang Clan ist schon eine ziemlich zerfahrene Gangsterkollaboration. Da werden Mitglieder erschossen, Drogen im Überfluss konsumiert und in Interviews wird sich möglichst undeutig artikuliert. Hat natürlich auch einen ganz besonderen Charme, wären da nicht die wenig erfolgreichen und qualitativ niedrig anzusiedelnden Alben der vergangenen Jahre. Das aktuelle Album gereicht mir aber nicht mehr zu Enttäuschung sondern zu einem Glückshormonschub, wenngleich es ohne Hit und etwas zerfahren daherrapt.
Mit "8 Diagrams" melden sich die "Killah Mcs" endlich standesgemäß zurück. "Campfires" dreckiger Groove lässt mich direkt konsternieren und ist eine Wonne für jeden Hip/Hop Rap Fetischisten. "Take it back" überzeugt mit simpler Beatkonstruktion und "Get them out ya way pa" definiert sich harmonisch durch den Bass. "Gun will go" hat das Fundament, das Bushido gern hätte und "Life Changes" gibt sich melancholisch. Abgerundet ist das Werk bei "16th Chamber" mit einer kräftigen Prise Old-School.
Die Mitglieder des Clans gingen in den letzten Jahren jeder ihren eigenen Weg. Ghostface Killah macht seinem Ruf als besonders talentierter Mc alle Ehre (Run feat Jadakiss). RZA bastelte Beats für sich und die Welt und hielt sein Wu Tang Tattoo bei "American Gangster" in die Kamera. Method Man taucht immer mal wieder in Filmen auf bei denen es ums Kiffen geht und was der Rest so getrieben hat will ich nun nicht recherchieren.
Womöglich ist die nicht ganz zusammenhängende Klanganmutung des Albums das Resultat aus dieser verschiedenen Ausrichtung und fehlender Zusammenarbeit. Umso erstaunlicher, dass es überhaupt zu einem Album dieses Kalibers gekommen ist. Daher bin ich ruhig und genieße einfach!
8 von 10 Punkten. Abzüge gibts, aber die sind zu vernachlässigen.
