
Packende Veröffentlichungen auf dem Sektor der Musikpublikation sind aktuell eher als Mangelware zu bezeichnen. Das ist wohl auf eine
postweihnachtliche Krise zurückzuführen, welche sich auch auf die Sektoren Film, Videospiel etc. erstreckt. Gesteigert wird die Flucht in die endlose Langeweile nur noch im so berüchtigten Sommerloch.
Ganz so dramatisch wie gerade erörtert präsentiert sich die Gesamtsituation jedoch bei weitem nicht. Das Schlimmste haben wir hinter uns, das trifft hoffentlich auch auf das Wetter zu. Was sich aber deutscher Staatsbürger nennt, ist von Geburt an mit einem Talent zum Nörgeln gesegnet. Dieses bedarf ausgeprägter Pflege und muss ansprechend zelebriert werden, denn wenn wir ehrlich sind empfinden wir
beschwingende Satisfaktion bei ebensolcher Tätigkeit. Folglich will ich lamentieren und das in ausgeprägter Art und Weise.
Beginnen werde ich mit "
Disturbed". Live können sie den Druck und die so fesselnd kompakte Produktion ihrer
Alben nicht transportieren. Das ihr so
unverwechselbarer Stil sich aber schon auf drei Studioproduktionen wiederfindet ist beachtlich. Noch beachtlicher ist, dass ein viertes Werk im Juni folgt. Zwei Songs sind schon zum Download auf der ihrer Homepage bzw. bei "
myspace" zum
Rezipieren freigegeben. "Solider
Disturbed Sound", kann ich definitiv
attestieren. Mehr aber nicht. Die Revolution bleibt erwartungsgemäß aus. Würden "
Disturbed" etwas Neues machen würden sie aber wohl oder übel ihr "St.
Anger" erleben und das will nun wirklich keiner. (Es scheint aber mehr Gitarrensoli zu geben. Das
finde ich super!!!)
Was auch niemand will ist Madonna. Jeden Song den sie veröffentlicht hat malträtiert in unerträglicher Weise unsere Gehörgänge. Die
Kollaboration mit "
JT" und "
Timbo" war unausweichlich und auch in Zukunft wird sie uns mit ihrem Schauspieltalent beglücken. Unnötig zu erwähnen, dass "4
minutes...." nach 30 Sekunden schon jeglichen Charme verloren hat.
Die Flut von
Neo-
Soul die im Vereinten Königreich ihr Unwesen treibt findet in "
Duffy" den
nasalen Höhepunkt. "
Mercy" ist ein super Song.
Coole Atmosphäre und edler
Sound ziehen Alle in einen Bann. Da fällt einem auch erst beim zweiten Hören auf, dass "
Duffys" Stimme wahrlich wenig mit
Soul zu tun hat. Schrill und mit dezentem
Kreischfaktor wird man umgarnt und gibt sich der
Soul-Koketterie hin. Die Songs sind
Soul, die Stimme nicht, also bitte nicht als solche verkaufen.
Vor einiger Zeit war ich noch auf Grund der letzten "P.O.D." Studioproduktion
pikiert, die sich immer tiefer in
Nu-
Metal Gematsche verlor.
Nu-
Metal muss
tight sein! Ist doch nicht so schwer. Anfang April steht nun ihr neustes Werk im
iTunes Regal und zwar mit altem, neuen Gitarristen. Ähnlich wie bei "
Disturbed" sind zwei Songs zum Hören bereitgestellt.
Besser als beim Vorgänger ist der entwickelte
Sound aufjedenfall, aber so krachen wie bei "
Satellite" tut es nicht. Die Verzweiflung steht mir ins Gesicht geschrieben. Manchmal denke ich mir, es wäre gut wenn Bands das Klangbild ihres besten Albums einfach kopieren würden. Nuancen kann man ja ohne Probleme hinzufügen und gestalten. (Wahrlich blöde Idee)
Noch besser sie engagieren mich als Produzent!!! Dann
wirds spitze!
Warum die Plattenbosse von
Britney Spears den besten Song ihres aktuellen Albums erst als dritte
Single veröffentlichen, als der Zug schon längst abgefahren ist, das
weiss ich leider auch nicht. Über das so kreativlose
Animationsvideo brauchen wir wohl gar nicht erst zu sprechen.
Die Erkenntnis, dass "
Moby" kein richtig gutes Album mehr machen wird, ernüchtert Keinen mehr. Das die Kritiker R.E.M wieder mögen interessiert mich nicht. Das Mr.
West "
Estelle" zu Ruhm verhelfen will ist löblich, aber "
American Boy" irrt zwischen genial und belanglos umher. P.
Diddy castet zum 70-mal eine Band und so gut die Damen von "
Danity Kane" auch singen, tanzen und aussehen mögen, der Erfolg bleibt aus. Schlechte Songs verkaufen sich nicht immer.
Wie
JR Rotem auf die Idee kam mit
Sean Kingston "
Beautiful Girls" zu produzieren ist mir ein Rätsel, aber "
Take You There" entschädigt mit den herrlichen
Sythie Sounds und dem leicht ironischen Textzeilen. Erfreulich auch das "
Surkin" sein Talent nutzt und ein wenig in Richtung 80
ziger treibt. Bei
Jimi Blue läuft die Popmaschinerie auf Hochtouren, aber eine Bitte hätte ich da doch! Ich wäre positiv überrascht wenn jemand in seinem Management etwas Geld für das Erlernen der englischen Phonetik bereitstellen würde. Ehrlich. Man kann ihn für Alles hassen, auch wenn unsere kapitalistische Gesellschaft einfach so ist, aber bitte bringt ihm bei wie man Englisch spricht!!!
Bei
Daughtry klingt jeder Song gleich, aber trotzdem super Album, irgendwie eine Mischung aus
Creed und
Nickelback.