Montag, 12. November 2007

Wenn nix mehr geht,

hilft manchmal nicht mal mehr die Musik.

Oft bin ich nicht krank und wenn auch nicht wirklich schlimm. Fieber habe ich bestimmt schon 3 Jahre nicht mehr gehabt, wenn nicht sogar länger. Worauf ich hinaus will ist, dass ich die letzten beiden Wochen mehr oder weniger krank im Bett lag oder hängenden Kopfes im Hörsaal verbracht habe. Um es kurz zu sagen, ich war arg genervt.

In der Schulzeit war krank sein immer schön. Zu Hause abhängen, ausschlafen und sich ausmahlen wie die Mitschüler in der Mathestunde leiden. An der Uni ist das etwas anders. Nicht das ich auf Alles Lust habe, aber wenn man was verpasst muss man jedem Prof hinterherlaufen, schreibt E-mails etc. und schlauer ist man nach nervenaufreiben Stunden auch nicht. Hinzu kommt, dass jegliche Art der Betätigung irgendwie schwer fällt. Fernsehen ist öde, Bücher lesen zu anstrengend und das Internet verliert auch nach 2 Stunden an Reiz.

In dieser verzweifelten Lage wende ich mich der Musik zu. Versuche in ihr so etwas wie eine Ablenkung, einen Sinn oder was auch immer zu finden. Klappte jedoch nicht in den vergangen Wochen, was meinen Grad an Entnervung weiter steigerte.

Korrumpiert durch die Krankheit verfiel ich in einen lethargischen Gemütszustand und nur ein Mann konnte mich retten. Warren Zevon.

Beeindruckend ist das schon. So unbekannt und doch so groß. Dem ein oder anderen wird dieser begnadete Songwriter ein Begriff sein. Sein Genie offenbart sich dem Hörer schon bei den ersten vernommenen Akkorden und bleibt ihm trotzdem verborgen.

Niemand war je so progressiv, ohne es darauf anzulegen, wie Warren Zevon. Ich bin jedes Mal aufs Neue erstaunt. Sein Album "Excitable Boy" ist von 1976, klingt aber wie gerade produziert. Unglaublich. Vielleicht wäre das Album heutzutage etwas mehr mit Effekten zugepackt, aber phänomenal ist es nichtsdestotrotz. Ein Must-Have.

Ich weiss nicht wo ich beginnen soll. "Nighttime in the Switching Yard" präsentiert sich derbe groovig, "Werewolves of London" ist catchy und ironisch, "When Johnny Strikes Up The Band" so angenehm lässig, "Roland The Headless Thompson Gunner" zeugt einfach von Songwriter- Qualitäten, die sonst fast niemand erreicht.

Zevons Stimme ist prägnant, hat Wiedererkennungswert, dabei entspannt, locker und nervt nicht wenn man krank ist. Seine Songs sind zynisch, durchgeknallt, lustig, ernst oder einfach mal "Songs".

Als mir keine Musikrichtung, kein Interpret mehr Freude bereitete, genau da erscheint Warren Zevon. Krank sein macht wieder Spaß, solange man Warren Zevon im Itunes hat oder im Cd Spieler.

Und nicht zu vergessen, der ist auch absolut spitze wenn man nicht mit der Grippe kämpft.

Ok, dieser Artikel ist etwas kolummnistischer gehalten. Ich musste nach diesem Tag einfach etwas lockeres schreiben, kein mit Fremdwörtern und Details versetztes Gemisch. Passt zu Zevon. Kein Tam-Tam. Ich werde bald auch noch mehr zu ihm schreiben, um seine Werke ausführlicher zu präsentieren.

1000 Punkte übrigens.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Endlich mal was zu Zevon! Wurde auch Zeit. Freue mich schon auf mehr zu dem Thema.