Montag, 3. September 2007

Mit 14 ist Schwarzlicht cool, aber jetzt?

Ich gebs ja zu. Mit 14 fand ich Limp Bizkit toll, aber ich sah mich nicht als den typischen 14jährigen. Das ist bei weitem kein Rechtfertigungversuch, lediglich ein Statement. Ich mochte sie nicht weil sie angesagt waren, sondern weil ich alles was sie machten einfach tierisch fand.

Die knackigsten Riffs, eine unglaublich ausgeglichene Produktion, packende Drums, außergewöhnliche Basslines und na ja Fred Durst. Zakk Wylde macht sich dauernd über ihn lustig, besser er hasst ihn und macht das auch deutlich. Ich verstehe auch warum. Sein Jibber Jabber auf der Bühne, à la "We are all the same person". Bitte! Wenn er es ernst meint, hat er einen an der Waffel, aber seine signifikante Stimme ist ohne Zweifel von besonderer Bedeutung für diese Band.

Ich konnte nie genug von Limp Bizkit bekommen. Es waren die Gitarrensounds die mich so faszinierten. Göttlich. Die meiste Kritik die an Limp Bizkit geäußert wurde, war irgendwie so ein wenig auf ihren kommerziellen Erfolg zurückzuführen. Hat mich aber nie interessiert! Ich war ein Fan.

Chocolate Starfish.... ist auch jetzt noch, nach wirklich objektiver Betrachtung ein beeindruckendes Album. Ebenso wie Significant Other. Es ist so und es bleibt so. Ich will aber eigentlich weg von LB. Nämlich hin zu Wes Borland, was mich widerum zu LB bringt. Mist.

Wes Borland war lange Gitarrist bei Limp Bizkit bis er auf Grund kreativer und wer weiss was noch Probleme die Band verließ, eine Odyssee an gescheiterten Projekten startete und wieder zurückkehrte. Es folgte ein schlechtes Album und der erneute Ausstieg. Irgendwie nicht verwunderlich. Worrauf ich schlussendlich hinaus will ist die Tatsache das er eine Band gefunden hat mit der er ein Album veröffentlichen konnte.

Black Light Burns nennt sich das Ganze und ist irgendwie rockig, modern, industrial. Musik mit klassischer Rockbesetzung und Synthiesounds. Die Liveband ist auch eine andere als die im Studio, natürlich ist Wes Borland bei Beidem dabei.

Taugen Black Light Burns zu irgendwas oder bin ich limpifiziert und hab die Voreingenommenheit eines 14jährigen? Na ja ich denke zunächst fühlte ich mich nur wegen Letzterem überhaupt zum Hören hingezogen. Nach mehreren Wochen des Rezipierens bin ich aber anderer Meinung. Wenns Konzerte in Deutschland gibt, ich bin dabei. Ach ja und bitte das Album in Europa veröffentlichen, dann kauf ich es auch hier. So damit ist wohl alles gesagt. Neinnnnnn.

Die Mucke ist gut. Es ist nicht herrausragend, aber es ist alternativ, ohne dabei diesen Würgereflex hervorzurufen, der oft bei alternativen Bands erzeugt wird.

Black Light Burns schaffen das was Viele nicht geschafft haben. Außergewöhnlich zu sein ohne sich dabei komplett als abgedrehte Psychos ohne Musikgeschmack darstellen zu müssen. Sie bieten coole, fast poppige Refrains an, mit mal dreckigen, mal künstlichen, mal epischen Sound. Es macht Spaß und die Energie die Borland und seine Band live vermitteln, steht der von LB fast in Nichts nach. Die Live Energie war wohl auch einer der Gründe warum ich LB so mochte. Einfach geil!

Da es das Album in Deutschland noch nicht gibt und nur ein Import für Leser von Unbarmherzig möglich ist werde ich keine ausgedehnte Songanalyse offenbaren. (das mache ich aber noch wenn es ein Release gibt)

Der Opener ist etwas komisch, das geb ich zu, aber schon bei Animal, Lie, Cruel Melody, I Have A Need, Stop A Bullet, One Of Yours....gehts ab. Hmm, alle Songs sind echt gut. Dieses Album hat eine Energie die sich durch alle Stücke fortsetzt, diese Homogenität machts toll. Keine Hits, aber ein gutes Zusammenspiel.

8 von 10 Punkten vom objektiven Musikkritiker, 10 von 10 vom Wes Borland-Narr, also mir. Orientieren sollte sich der geneigte Leser aber am zu erst genannten.

Band: Black Light Burns
Album: Cruel Melody
Website: blacklightburns

Keine Kommentare: