Samstag, 15. September 2007

Das ist so schwierig!

Gut, dass ist nichts wirklich neues. Irgendwie ist alles schwierig und regelmäßig einen Blog mit neuen kreativen Geistesergüssen zu füllen sowieso. Noch schwieriger gestaltet sich aber die Aufgabe "Shock Value" von Timbaland zu rezensieren. Was mich nicht von einem Versuch abhält!

Ich bin schon nach einer Sekunde neidisch. Das Klavier mit dem geklatschten Rhythmus, perfekt! Oder der absolut neuartige Beat von "Give It To Me", gepaart mit dem krass überheblichen Rap. Dinge wie, "wenn ich im Club bin heben alle ihre Hände" oder "ich bekomme Millionen für meine Grooves, ihr nur ein paar tausend", sprechen nicht gerade für eine dezente Zurschaustellung seiner Persönlichkeit. Sind wir ehrlich stellt man fest, dass er es sich erlauben kann. Ohne die Neptunes und Timbaland wäre Justin Timberlake so interessant wie ein Stück Leberwurst, bah. Bei Nelly Furtado wäre das sicherlich noch extremer!

Weiter im Album. "The Way I Are", besticht durch einen denkbar geraden Bass, durch die Synthiesounds und die abwechslungsreiche Stimmgestaltung. Selbst "Kill Yourself" ist trotz des Spährencharakters wirklich eingängig, ebenso wie "Bombay", was den Bollywoodcharme transferiert, ohne das ich mir hässliche Leute mit blödem Grinsen vor bunten Kulissen vorstellen muss. Der Song "Apologize" ft. One Republic schickt sich an eine Ballade zu sein und sogar Elton John spielt für Timbaland Klavier.

Also alles toll, ne? Habt ihr "Time" gehört, voll öde der Song. Und dieses Album bringt mich an einen seelischen Abgrund. Es hat einerseits dieses Potential mich mit den nicht gekannten Beats zu ködern und schreckt dann wieder mit den immer sehr spärlich gestalteten Songs ab. Meine Reaktion während der ersten 30 Sekunden ist, boh Innovation, gefolgt von, ahh und nu?

Es mag seiner Philosophie zwar generell entsprechen die Musik pompös klingen zu lassen, aber nicht durch viele Instrumente oder Elemente, sondern eher durch seine stark 80iger geprägte Beat und Soundsprache. Da bleibt nur die Frage, ob das nicht ursprünglich als Rapalbum gedacht war?!

Timbaland rappt auch, aber immer mit elektronisch bearbeiteter Stimme. Zwar zum Teil in dieser Bearbeitung noch nie gehört, aber es ist dadurch auch Meilen von einem Rapalbum entfernt. Ich kann nicht genau definieren was es ist. Irgendwie Pop, irgendwie Rap, irgendwie gut und auch nicht. Es vermag mich zu faszinieren und gleichzeitig zu nerven.

Dem Ganzen fehlt also die klare Linie. Nicht in Punkto Sound, sondern bezogen auf die Konzeption. "Ich lade viele Leute ein und mache viele Songs und dann ist das geil". So in etwa erschließt sich mir dieses Album, was mich nicht zufriedenstellt.

Ach ja, das neue "Ayo Technology" von 50 Cent ist auch von Timbaland produziert. Das reicht denke ich als Aussage. Schrecklich.

7 von 10 Punkten. Talent ist da, aber zu wenig Gespür für das was wirklich zählt, nämlich zu wissen wie man es zu 100% nutzt. Manchmal ist weniger mehr und das entspricht doch auch seiner musikalischen Gestaltung.

Mittwoch, 12. September 2007

Ronson schickt uns in die 60iger! Mit Drogen!

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Wer ist Ronson, genauer Mark Ronson? Ein Dj und Produzent aus der Inselmonarchie, welcher schon länger sein Unwesen in der Musikszene treibt. Vornehmlich in England und den USA.

Es geht mir aber jetzt nicht um sein Soloalbum "Version", sondern um seine Mitarbeit am letzten Amy Winehouse Werk. Die Boulevardpresse hat diese Frau ganz groß rausgebracht, mit meist negativen Schlagzeilen. Ihr übermäßiger Kokainkonsum zusammen mit ihrem Mann ist wohl bekannt. Von ihrer Musik hat fast noch keiner etwas gehört, zumindest nicht diejenigen die Blitz auf Sat1 schauen! Tragisch ist beides, und so will ich mal ihre vortreffliche Stimme und den grandiosen 60ties Sound beleuchten.

Somit komme ich wieder auf Mark Ronson. Der hat nämlich bei diesem Album (zumindest zu einem großen Teil) fantastische Grooves und wirklich authentische Atmosphäre geformt. Hierzu gesellt sich die ausnahmslos soulige, außergewöhnliche und erwachsene vokale Darbietung von Madame Winehouse.

Das Schlagzeug ist irgendwie sehr schwierig zu definieren, zu Beginn irritierte es mich. Es klingt modern aufgenommen, bleibt dabei aber traditionell genug, um den kompromisslosen Motown Hörer in seinen Bann zu ziehen. Unterstützt wird es durch eine kraftvolle Armada aus Bläsern und auch Streichern. Und als wäre das nicht genug gesellt sich noch kreatives Songwriting mit eingängigen, laid-back Melodien dazu. Achja, ohne Amy Winehouse war das zwar qualitativ wertvoll, aber nicht zu gebrauchen. Ihre Stimme trägt die ganze Produktion. Muss man hören!

Keiner der Songs fällt zudem unangenehm auf. Es fügt sich zu einem guten Stück Musik zusammen. Macht Spaß mal wieder Spaß "Vintagesound" zu genießen. Jetzt zieh ich mir erstmal Hendrix rein, nur ohne Drogen.

9 von 10 Punkten. Das Problem ist das die ganze Kokaingeschichte mir manchmal den Spaß an dem Album verdirbt. Wie kann man mit seiner Gabe nur so schändlich umgehen.

Montag, 10. September 2007

Nur 10% Kakao, aber viel Chili

Kanye West ist schon ein ziemlicher Musikguru. Immer als Genie gepriesen, konnte er sich in den USA auf Grund seiner Qualitäten und Selbstverliebtheit schnell durchsetzen. In Europa war der Zugang nicht so schnell hergestellt, was wohl daran liegt, dass die Meisten die Texte nicht verstehen. Seine Alben folgten auch oft einem Thema. So fand sich zum Beispiel bei Late Registration Filmmusik in großem Stil.

Die Songs sind durchgehend Popkompatibel, aber nie richtig Pop. Das soll bedeuten, dass er auf eine edle Produktion setzt, gefüllt mit coolen Samples und Beats, welche schnell einen Zugang für den Hörer bilden. Dabei sind sie aber immer etwas künstlerischer, etwas anspruchsvoller konstruiert, als z.B. bei 50 Cent. Mit seiner stark charakteristischen Stimme bestärkt er diesen Eindruck zusätzlich.

Ich weiss nicht ob er schon Kleidung designt, verkauft oder vermarktet, aber zu einer Stilikone ist er trotzdem geworden. Herr West mag wohl grelle Farben und ist nicht peinlich dabei. Weiterhin betätigt er sich auch intensiv auf dem Feld der Produktion anderer Musiker. Common erstarkt zu neuem Ruhm, durch die Kanyeiesierung seines aktuellen Albums "Finding Forever".

Also sehr aktiv, sehr erfolgreich, sehr talentiert, sehr ambitioniert und ja auch sehr gut. Late Registration war einfach voller Abwechslung und geprägt durch Chartsongs wie "Gold Digger" oder ernsteres wie "Diamonds From Sierra Leone". Ebenso bemerkenswert ist die Bandbreite bei "The College Dropout". Vom stampfenden "Jesus Walks" gehts zum, mit R'nB Chrous versehenen, "All Falls Down".

Diese Platten sind genau den Hip Hop den ich haben will. Unkonventionell, poppig, künstlerisch, facettenreich und immer klar produziert und es gelingt mir sogar, worum es beim Hip Hop ja eigentlich geht, die Texte zu verstehen.

Jetzt gibts was Neues vom Rapmogul. "Graduation", so ist es tituliert. Ich glaube es vermag mich aber nicht vollends zu überzeugen. Kanye West feiert sich selbst schon fast zu viel. Langsam nervt es. Ok, abfällige Kommentare zu schlechten Musikerkollegen sind erlaubt. Jede Woche füttert er die Presse mit solchen. Sein Album hätte er vielleicht Prada oder D&G nennen sollen. Zuviel, "ich bin geil", "ich habe den Flow", "ich lasse die Puppen tanzen". Zu wenig Weitsicht.

Die Art wie er sich in Szene setzt ist aber unbestritten wiedermal beeindruckend. Bestes Beispiel ist das Daft Punk-artige Stronger, was komplettiert durch das Video, äußerst wirksam ist. Es bewegt sich zwischen cool und progressiv. Angesichts dessen kann ich dem Herrn eigentlich fast keinen Vorwurf zum Album machen.

Es hat nicht soviel Kakao wie Late Registration, aber dieses Chili, das machts so...na ihr wisst schon.

7,5 Punkte von 10 Punkten. Kanye West hat schon soviel Lorbeeren geerntet, dass muss ja mal aufhören. Gebt sie lieber mir.

Sonntag, 9. September 2007

Einfach überragend!

Viele talentierte Musiker haben das Talent ihr Talent wegzuwerfen. Das hab ich schonmal ansatzweise an dem Beispiel Steve Morse erörtert, aber bei der Platte die ich heute vorstellen möchte tritt der umgekehrte Fall ein.

Es geht heute um Jazz, genauergesagt um einen Jazztrompeter. Christian Scott heisst er und hat gerade erst sein zweites Album veröffentlicht. (das erste habe ich noch nicht gehört, scheint aber auch von herrausragender Qualität zu sein) Anthem ist der schlichte Titel des Werks und es ist wahrlich eine Hymne auf exzellente Musik.

Ich bin kein Fan von Bläsern. Vorrangig da es oft keine Instrumente sind, die mit sich selber in einen Dialog treten können. Sie sind keine Harmonieinstrumente sowie Klavier und Gitarre und funktionieren daher meist nur in Combos, Bands, was auch immer. Es ist für mich einfach angenehmer wenn ein Instrument in einen Dialog mit sich selber treten kann, ohne "fremde" Hilfe zu benötigen. Und auch Jazz ist oft zu schwierig. Einfach ausgedrückt, zu schräg, zu viel Gedudel oder einfach nicht laut genug. Verzerrte Gitarren sind eben das Maß der Dinge.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass mich als ich etwas über das Album las zwar die Neugierde packte, ich mich aber dennoch auf ein etwas ernüchterndes Hörerlebnis einstellte. Ich fürchtete, was so häufig der Fall ist, nämlich fehlende Innovation. Gefühlvolles Trompetenspiel, mit technischer Raffinesse, ohne den so dringend nötigen Kick.

Schande über mich! Schon eine Minute dieses Albums ist mehr wert als so manch anderes "Meisterwerk". Hier wechseln sich nicht maj7 und 13ner Akkorde ab über die gefrickelt improvisiert wird, sondern ein völlig neues Klangerlebnis wird geschaffen. Wie es sich definiert ist komplex zu beschreiben, aber ich starte mal einen kühnen Versuch.

Ich glaube was das Ganze so hörenswert gestaltet sind die ähnlich anmutenden Songs, welche einen Grundtenor beibehalten, besonders beim verwandten Tonmaterial und Klang. Sie sind aber von ihrer Wirkung her vollkommen verschieden. So gibt es Loungeklänge wie bei "Like That", Hip Hop Einfluss wie bei "Dialect" und sogar Film-Klassischemusik vermag man zu erkennen. Hierbei gilt es zu erwähnen, dass keinerlei Computerdrums eingesetzt sind, die den Eindruck wie so oft schmälern könnten.

Das Klavier bildet das Grundgerüst, treibt durch tiefe Bässe oder gibt sich lässig in Form eines Rhodessounds. Das Schlagzeug ist fast rockig produziert, übertreibt aber in seiner Präsenz nie. Gitarre und Bass sind zurückhaltend geben sich aber auch zwischendurch die Ehre. Scott selber verzaubert mit smoothen, aber klaren Melodien und Improvisationen. Er wirkt dabei nie dominant, vielmehr interagiert er mit seiner Band auf gekonnte Weise und schafft es so den besondern Charakter dieses Albums erneut hervorzuheben.

Christian Scott ist nicht gewillt uns die selben, alten Jazzstandards vorzutröten. Er kreiert seinen eigenen Stil und schafft es bemerkenswerter Weise unterschiedlichste Genre dabei zu vereinen. Dabei präsentiert er sie aber nicht übereifrig offensichtlich, sondern erwartet ein musikalisch geschultes Gehör was diese Nuancen zu erkennen vermag.

Jazz vom feinsten. Klassische Besetzung, moderne Studioproduktion und Talent bis zum Abwinken. Hab es schon den ganzen Tag gehört und mir ist noch nicht zum Abwinken zu Mute, also bitte bald eine dritte genauso kraftvolle Platte.

10,01 von 10,00 Punkten. Wirklich unbarmherzig großzügig. Ich bin "Dialect" hören.

Interpret: Christian Scott
Album: Anthem
Website: christianscott

Freitag, 7. September 2007

Da fehlt auch bei mir das Salz!

Das war nichts. Der letzte Artikel war Mist.

Ich war motiviert und ambitioniert einen konstruktiven Text zu formulieren. Im Endeffekt kam nur Schrott dabei raus.

Zu Beginn gestaltet sich dieser zwar noch recht passabel, aber dann driftet er unsäglich ab. Ich war einfach genervt, warum auch immer.

Ich wollte Kritik an Alicia Keys äußern, aber die Dinge die ich mir überlegt hatte, fanden sich nicht mehr in meinem Kopf. Ist ein wenig traurig, weil meistens interessante Dinge in meinem Kopf umherschwirren. Ich werde aber die vielen treuen Leser dieses Blogs am Wochenende entschädigen, dass bleibt wenigstens zu hoffen, wenn ich nicht wieder in den "genervt-sein-Status" falle.

Mittwoch, 5. September 2007

Da fehlt einfach das Salz in der Suppe!

Lecker so eine Suppe, besonders wenns draußen kalt, was ohne Zweifel im Moment schon der Fall ist. Bestimmt Klimaerwärmung und so. Es gibt Suppen die auf Fond basieren und solche die sich Cremesuppen nennen und es Leute die nennen sich Künstler und solche die sich Musiker nennen.

Musik ist eine Kunstform. Stimmt. Alicia Keys ist auch eine gute Musikerin. Die kann sogar Klavier spielen und singen. Krass, ne? Jetzt aber mal ehrlich. Ich glaube die kann wirklich was. Wenn Stevie Wonder schon immer mit der abhängt ist bestimmt was dran. Christina Aguilera kann auch was. Die Sache mit dem Singen kann die besser als ich, auch wenn ich Gesangsunterricht nehme.

Wer ist nun Künstler und wer ist Musiker? Auf den ersten Blick bzw. Höreindruck bestimmt Alicia Keys, da sie ihre Musik, so vermute ich es zumindest zu 90% selber schreibt. Sie ist außerdem nicht aus einer Casting, Kinder, Playback oder kurz gesagt Tv Show hervorgegangen. Sie macht Soul, R'nB und noch mehr. Sie ist so ein wenig der edle Popstar. Jemand der mit großer Stimme, instrumentalen Talent und Bühnenpräsenz Musik verkaufen kann und zwar ziemlich erfolgreich. Das ist von den üblichen Begleiterscheinungen wie in Filmen mitspielen verbunden, aber lassen sie das doch bitte Miss Keys. Smokin Aces war wirklich sau doof, auch wenn da durchaus Potential da war.

Jetzt fehlen hier zwei Dinge. Mein Bezug zum Salz und Christina Aguilera. Ich komme erstmal zur Künstlerin. So sieht sie sich sicherlich. (jetzt baue ich schon Alliterationen ein) Das mag auch der Grund sein warum jedes Album anders ist. Erst "Unschuldigpop", dann "Dirrrrtypop" und jetzt "Glamourpop". Die passenden Outfits sind natürlich auch dabei.

Bleibt die Frage zu klären, ob das was taugt. Ich machs kurz. Nein. Es entsteht der Eindruck als wäre das interessante an der Frau wirklich nur ihr Auftreten, ja und auch ein wenig ihre kraftvolle Stimme. Es fehlt einfach das Salz in der Suppe.

Nehmen wir ihr letztes Album. Back to Basics. Beeinflusst von allerlei Musikern aus den 20iger, 30iger etc. Jahren. Das ist eigentlich nicht schlecht. Wenn ich es richtig sehe von Dj Premier produziert, was ein gutes Zeichen sein sollte. Leider nur bedingt. Keiner der Songs knallt voll rein. Das meiste ist ein Matsch aus Samples, Elektronikdrums und der zu stark produzierten Stimme. Auf eindeutig sehr hohen Level. Jeder Song bietet tolle Ansätze, weiss sie aber nicht vollends zu nutzen. Das ist nichts halbes und nichts ganzes. Warum nicht mal ein Stück so gestalten wie es damals geschah. Mich nervt das. Schon wieder eine dieser Sachen die man definitiv zu einem Kracher hätte ausbauen können. Schon ein wenig traurig.

Der ganzen Sache fehlt das wahre Feeling. Da kommt bei mir nichts an und wenn nur kurzzeitig. Womit ich wieder bei Alicia Keys wäre. Wer jetzt denkt das ich sie über den Klee lobe. Falsch!

Besser ist sie schon, aber so toll nun auch wieder nicht. Da steckt viel Geschick hinter dem Ganzen. Zum ersten ist ihr Album dermaßen sauber produziert, dass jegliche Art der Kritik schon schnell zurückgewiesen werden könnte. Und zum zweiten, die Songs sind sehr vielschichtig, geradezu aufwendig. Da wird nochmal ein Klavierarpeggio gespielt oder ein paar Streicher geben sich die Ehre. Schöne Musik, ohne Zweifel, aber 10 Punkte gibts einfach nicht.
Es gibt bei ihr einfach schon diese vorgefertigte Meinung. Das ist von Alicia Keys, dass muss perfekt sein. Davon gilt es sich zu befreien. Sie ist nicht schlecht, keineswegs. Viel Gefühl findet sich in vorallem in den Balladen. Wenn ich mir nun ihr Album "The Diary of..." anhöre, dann krieg ich so einen kurzen Anfall von Rage. Ich kann nicht einmal genau erklären wieso! Das macht mich wahnsinnig. Tolles Klavier und tolle Arrangements, aber das kann mich nicht komplett überzeugen. Ein Song ist überragend und der nächste funky-öde. Die Produktion mag das aber perfekt zu verschleiern. Das Salz eben.

Punkte verteile ich keine, wobei ich bei Aguilera deutlich weniger zücken würde als bei Keys.

Album und Websitehinweis gibts auch nicht, die sind beide bekannt genug. Schluss für heute, ich dreh sonst durch.

Dienstag, 4. September 2007

Ha! Eine gute Band!

Oh! Was? Nein! Doch! Es ist wahr, es gibt noch gute Bands.

Komischerweise bin ich von 90% der Musik die ich höre ziemlich enttäuscht. Auch von solcher die gute Kritik bekommen hat. Da plagen einen schon mal Selbstzweifel, denn ich halte mich für durchaus vielseitig und offen für vieles, bezüglich meiner musikalischen Vorlieben.

Besonders ausgeprägt zeigt sich dieses Phänomen beim Metal-Genre. Da gibts schonmal 5 von 5 Punkten für schier abscheuliche, grässliche Produktionen. Da schüttelt es mich schon beim ersten anspielen und nicht nur das, mir fallen direkt 20-30 Dinge ein die ich am Sound, an der Band, so ziemlich an Allem ändern möchte. Das Problem ist, dass ich Metal als Musikrichtung ernst nehme, insbesondere auf Grund von rhythmischer Fähigkeiten die dort zu Tage treten. Metal ist zusätzlich rau, hart und gut wenn man mal genervt ist oder eine Kompensation für Aggressionen braucht. Hinzufügen möchte ich aber auch, dass Schlägerein bei Konzerten dieser Musikrichtung äußerst selten sind, im Gegensatz zu den ganzen Hip Hop... . Ich will jetzt nicht über Metal reden sondern über eine gute Band, welche sicher keinen Metal macht.

Nennt sich "Under The Influence Of Giants". Kommt aus den USA. Album gibts dort schon seit einem Jahr oder so und die Plattenfirma bequemte sich aber erst jetzt das auch hier auf den Markt zu werfen. Trottel! Ist ja nichts neues. Eigentlich sind die meisten Plattenfirma von Trotteln besetzt. Ich drifte ab.

Was für Musik machen UTIOG? Weiss ich nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung, es bliebe mir an dieser Stelle wieder nichts anderes übrig als ein neues Genre zu kreieren. So ziemlich jede Band definiert ja heute eines. Ich weiss auch nicht wie ihre Bandbesetzung ist. Es singt jemand, oft falsettiert, es gibt Gitarren, Bass, Schlagzeug und ne Menge anderer Sachen, von denen ich vermute, dass sie im Studio produziert und live aussem Computer kommen.

Schon ihr erster Song hat mich direkt in den Bann gezogen. Gutes Songwriting, kombiniert mit einer wirklich tollen Art der Produktion. Das regt sofort zum schwärmen an, sowohl mit Worten, als auch rein gedanklich.

UTIOG sind für mich der Inbegriff der modernen Band, denn sie definieren sich durch einen außerwöhnlichen Sound, Stil, gekonntes Songwriting, eine gesunde Protion Catchyness (Anglizismenflut, böse!) usw. . Natürlich hat die Plattenfirma versagt, war ja klar. (bezogen auf Promotion etc.)

Die Musik könnte durchaus auf Mtv laufen ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren und sie offenbart nach kurzem, sowie intensivem Hören gute Songs. Solche die mit Popattitüde überzeugen und solche die durch anspruchsvollen Charakter meine Itunes Mediathek bereichern.

Mein Tipp. Einfach mal ins Laufwerk schmeißen und dran ergötzen. Besonders hervorzuheben sind Ah Ha, In The Clouds, Mama's Room, Against All Odds, aber was soll das?! Bei einer guten Band sind alle Songs gut und das ist hier der Fall.

9 von 10 Punkten. Sie sind alles was die Scissor Sisters nicht sind, nämlich ein wahrer Ohrenschmaus.

Band: Under The Influence Of Giants
Album: Under The Influence Of Giants
Website: undertheinfluenceofgiants

Montag, 3. September 2007

Mit 14 ist Schwarzlicht cool, aber jetzt?

Ich gebs ja zu. Mit 14 fand ich Limp Bizkit toll, aber ich sah mich nicht als den typischen 14jährigen. Das ist bei weitem kein Rechtfertigungversuch, lediglich ein Statement. Ich mochte sie nicht weil sie angesagt waren, sondern weil ich alles was sie machten einfach tierisch fand.

Die knackigsten Riffs, eine unglaublich ausgeglichene Produktion, packende Drums, außergewöhnliche Basslines und na ja Fred Durst. Zakk Wylde macht sich dauernd über ihn lustig, besser er hasst ihn und macht das auch deutlich. Ich verstehe auch warum. Sein Jibber Jabber auf der Bühne, à la "We are all the same person". Bitte! Wenn er es ernst meint, hat er einen an der Waffel, aber seine signifikante Stimme ist ohne Zweifel von besonderer Bedeutung für diese Band.

Ich konnte nie genug von Limp Bizkit bekommen. Es waren die Gitarrensounds die mich so faszinierten. Göttlich. Die meiste Kritik die an Limp Bizkit geäußert wurde, war irgendwie so ein wenig auf ihren kommerziellen Erfolg zurückzuführen. Hat mich aber nie interessiert! Ich war ein Fan.

Chocolate Starfish.... ist auch jetzt noch, nach wirklich objektiver Betrachtung ein beeindruckendes Album. Ebenso wie Significant Other. Es ist so und es bleibt so. Ich will aber eigentlich weg von LB. Nämlich hin zu Wes Borland, was mich widerum zu LB bringt. Mist.

Wes Borland war lange Gitarrist bei Limp Bizkit bis er auf Grund kreativer und wer weiss was noch Probleme die Band verließ, eine Odyssee an gescheiterten Projekten startete und wieder zurückkehrte. Es folgte ein schlechtes Album und der erneute Ausstieg. Irgendwie nicht verwunderlich. Worrauf ich schlussendlich hinaus will ist die Tatsache das er eine Band gefunden hat mit der er ein Album veröffentlichen konnte.

Black Light Burns nennt sich das Ganze und ist irgendwie rockig, modern, industrial. Musik mit klassischer Rockbesetzung und Synthiesounds. Die Liveband ist auch eine andere als die im Studio, natürlich ist Wes Borland bei Beidem dabei.

Taugen Black Light Burns zu irgendwas oder bin ich limpifiziert und hab die Voreingenommenheit eines 14jährigen? Na ja ich denke zunächst fühlte ich mich nur wegen Letzterem überhaupt zum Hören hingezogen. Nach mehreren Wochen des Rezipierens bin ich aber anderer Meinung. Wenns Konzerte in Deutschland gibt, ich bin dabei. Ach ja und bitte das Album in Europa veröffentlichen, dann kauf ich es auch hier. So damit ist wohl alles gesagt. Neinnnnnn.

Die Mucke ist gut. Es ist nicht herrausragend, aber es ist alternativ, ohne dabei diesen Würgereflex hervorzurufen, der oft bei alternativen Bands erzeugt wird.

Black Light Burns schaffen das was Viele nicht geschafft haben. Außergewöhnlich zu sein ohne sich dabei komplett als abgedrehte Psychos ohne Musikgeschmack darstellen zu müssen. Sie bieten coole, fast poppige Refrains an, mit mal dreckigen, mal künstlichen, mal epischen Sound. Es macht Spaß und die Energie die Borland und seine Band live vermitteln, steht der von LB fast in Nichts nach. Die Live Energie war wohl auch einer der Gründe warum ich LB so mochte. Einfach geil!

Da es das Album in Deutschland noch nicht gibt und nur ein Import für Leser von Unbarmherzig möglich ist werde ich keine ausgedehnte Songanalyse offenbaren. (das mache ich aber noch wenn es ein Release gibt)

Der Opener ist etwas komisch, das geb ich zu, aber schon bei Animal, Lie, Cruel Melody, I Have A Need, Stop A Bullet, One Of Yours....gehts ab. Hmm, alle Songs sind echt gut. Dieses Album hat eine Energie die sich durch alle Stücke fortsetzt, diese Homogenität machts toll. Keine Hits, aber ein gutes Zusammenspiel.

8 von 10 Punkten vom objektiven Musikkritiker, 10 von 10 vom Wes Borland-Narr, also mir. Orientieren sollte sich der geneigte Leser aber am zu erst genannten.

Band: Black Light Burns
Album: Cruel Melody
Website: blacklightburns

Sonntag, 2. September 2007

Das ist Pop!

Ja ich hab Gedanken über Pop. Welche ich, auch wenn ich vielleicht zu keinem eindeutigen Schluss kommen kann, veröffentlichen möchte. Denn ein positives Urteil wäre sicherlich von fast jedem wahren Musikfreund mit viel Häme und Spott mir gegenüber verbunden und der umkehrte Fall lässt 14jährige aller Art aufbegehren. Ist schon hart als "unbarmherziger" Kritiker, macht aber Spaß!

Nun zum Fachlichen. Wer ist Rihanna und was macht die eigentlich? Coole Mucke werden die Einen es nennen, kommerziellen Ausverkauf ohne kulturellen Standpunkt oder Wert die Anderen. Ich hab längere Zeit überlegt inwiefern es mir möglich sein könnte diese Frage eindeutig zu klären, bzw. sie überhaupt angemessen zu erörtern.

Einen Song analysieren? Nee. Keinen Bock. Ihre Alben im Details beleuchten? Nee. Nun was dann? Einfach mal simpel und organisiert an die Sache herangehen scheint die angemessene Maßnahme zu sein.

Rihanna ist definitiv einer der angesagttesten und verachtestden Popstars momentan. Ihr Erfolg spricht für sich. Umbrella, ella, ella, e, e, e, ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh! Gnade, ist das nervig, aber mein Gott, ist das perfekt gemachter Pop. Und da beginnt das ganze Dilemma!

Pop ist eine Musikform welche oft nicht den Respekt erntet den es verdient. Jazzer, Klassiker zeigen sich angewidert von derart dilettantischen Umgang mit Musik. Sie liegen falsch und das wissen sie auch, wollen es aber nicht zugeben. Pop ist vielmehr als nur drei Akkorde. Es ist die Kunst aus wenig viel zu machen. Massen zu begeistern und nicht eine privilegierte Gesellschaft.
Pop ist eine große Maschinerie, bestehend aus Marketing, Songwriting, Presenting und Entertaining. Es bedarf einer Person oder mehrere die es verstehen Talente zu entdecken, sie zu formen und den Menschen als verehrenswert zu präsentieren. Das mag Alles sehr nüchtern und "unkünstlerisch" wirken, aber es bleibt, sofern es gelingt, eine äußerst respektable Leistung, welche sich durchaus in fantastischer Musik äußern kann.

Zurück zu Rihanna. Pon de Replay, oder da Replay, ich weiss nicht genau wie der Song hieß, was daran liegt, dass ich ihn absolut grauenhaft finde. Pop-Reggae oder so, mit einer nicht besonders attraktiven, nasal-singenden Dame, die doof grinst. Gefolgt von SOS. Das geht ab. Ein Beyonce Farbenvideo. Fetter Beat und sie sieht deutlich besser aus. Hah! Ich hatte recht. Pop! Genau das ist Pop. Jemand der nicht besonders attraktiv ist (in verschiedener Hinsicht) groß rausbringen.

Die Vorraussetzungen müssen gegeben sein, das will ich gar nicht abstreiten. Singen, ja sie sollte Töne treffen. Tanzen, Aussehen etc., man merkt worauf es hinausläuft. Die Riege hochbezahlter Produzenten und Marketingexperten zeigen sich von ihrer erfolgreichsten Seite.

Von vollkommen unbekannt zu vielleicht dem Star neben Justin, Nelly, und Timbaland! Musik die sich unweigerlich ins Hirn brennt, ein Gesicht das man nicht vergisst und ein Album auf extrem hohen Produktionsniveau. Beeindruckende Leistung! Pop!

Ich find sie trotzdem schrecklich. Ella, e, e. Grässlich. Ich bin Musiker. Hilfe!

Samstag, 1. September 2007

Discountjazz?

Brasilien ist ja für vieles bekannt. Strand, Frauen, Cocktails, Rio, Favelas und natürlich Fußball.
Musik gibt es aber auch und sie ist wichtig bei einem so immens vielseitigen Land. Sie vermag es den lässigen Charakter perfekt widerzuspiegeln und die scheinbare Unbekümmertheit der Menschen zu reflektieren. (Auch wenn diese Unbekümmertheit wohl zu 99,9 % medial erzeugt ist, bedenkt man Kriminalität und Armut)

Bossa Nova ist wohl diese besagte brasilianische Musik. Entstanden in den 50iger Jahren fand Bossa schnell seinen Weg in die Gesellschaft. Er wurde zu einem akzeptierten und begehrten Kulturgut, was sich auch im Laufe der Jahre in den USA zu etablieren vermochte.

Er basiert auf Jazzharmonik und bedient sich entspannter und dennoch tanzbarer Melodik. Jedoch scheint Bossa nie richtig ernst genommen worden zu sein. Vielleicht weil er sich oft ähnelt und für fortgeschrittene Musiker leicht zu spielen ist. Macht ihn das zu Billigjazz oder Discountjazz? Also schnell mal im Club gespielt und Geld kassiert.

Nein, ich denke nicht. Den Bossa hat Gefühl und das gilt es zu entdecken und zu kultivieren. Bossa ist wie Blues. Man braucht nicht viel Technik oder theoretisches Musikverständnis um ihn zu spielen, aber man braucht eine Passion dafür. Man braucht einen direkten Zugang. Man muss einfach gesagt eine enorme Leidenschaft dafür entwickeln. Ohne die ist Blues wertlos und genauso der Bossa.

Schnell mal Bossa spielen geht nicht. Es gilt die richtige Stimmung zu finden, nicht den intellektuellen Wert. Ein Kaffee am Strand, der Blick aufs mehr, die Sonne oder die andächtige Stimmung der Altstadt Rios, dass braucht man um Bossa zu hören und nicht bei Regen im trüben Münster.

Der Luxus des unbeschwerten Genießens ist es was Bossa so authentisch macht.