So sieht das aus wenn Santana gute Musik macht. Ist ja auch schon ein Weilchen her, dass eben jenes Geschehen ist, auch wenn man das gemessen an Chartplatzierungen nicht unbedingt behaupten kann. Würde ich mich aber an den Charts orientieren und meine Kritik danach ausrichten, nun dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig als den Blog zu schließen und folglich bei Mtv zu arbeiten. Blöde Idee!Kunst der Demut, der Zurückhaltung und dennoch angereichert durch einen progressiv-energetischen Schub phantasievoller Emotion. Diese Innovation schwebt dem Hörer mit geradezu bescheidener Magie entgegen.
Es handelt sich um das reinste Zusammenspiel, eine kunstvolle Verschmelzung der Bandmitglieder, was zur beeindruckenden Gestaltung des Albums Caravanserai führt.
Weit entfernt von künstlicher Perfektion gleiten sie auf einem Klangteppich, durchtrieben von 70's Funk, Bossa, Samba und experimenteller Hingabe. Die nahtlose Verknüpfung aller Stücke imponiert, sowie die sparsame Dosierung der Instrumente. Sie agieren kraftvoll und ohne dabei unangenehm hervorzustechen.
Frustration stellt sich erst bei dem Gedanken ein, dass ich zu einer elitären Zuhörergruppierung zähle, welche dieses Exponat kulturellen und kreativen Geistes zu ihrem rezipierten Wissen zählen darf.
Der erste Titel des Albums versetzt den Hörer in eine andere Welt, dezentes Tremolo, lässige Percussion komplettieren ein faszinierendes Erlebnis, welchem man sich natürlich voll und ganz widmen muss.
Solistisch, ekstatisch gestaltet sich der zweite Song, welcher Sanatanas Gitarrenspiel hervorhebt und seine wahren Qualitäten, an diesem Instrument zeigt. Auch wenn er schnelle Licks spielt, bilden diese immer einen Fluss der fast transzendent erscheint.
Hierauf folgt sogleich wieder ein Stilwechsel, nämlich zu einem von Orgel und Wah-Wah Gitarren dominierten Funk, welcher jedoch nicht die Charakteristiker Santanas vermissen lässt. Die Schlagzeugfills sind geradezu exemplarisch.
Bei Nummer vier weicht die Band vom instrumentalen ab und bietet auch eine gesangliche Darbietung, die wie ein frischer und lässiger Einwurf in das Stück wirkt und ohne das ich es gemerkt hätte lande ich im nächsten Stück. Vollkommen fließend gleitet eins ins andere und erfreut mich mit lässig gespielter Blues, Jazz, Modern Creative Gitarre, die reif klingt sich aber auch der Schwärmerei hingibt. Nicht emotionlos sondern lasziv, begleitet durch die exquisite Rhythmusfraktion, die fast Hendrixklänge vermuten lässt. Vermutlich entsteht dieser Eindruck durch den Jameffekt des Stückes.
All the Love in the Universe ist zunächst durchzogen von spanischer Tradition, dann von 60ziger Pop-Rockballade und gipfelt in solistischer Anmut.
Und spätestens bei Future Primitive stellt sich mir die Frage nach Aliens. Von undefinierbaren Klängen geht es in Dschungelpercussion über. Das mag befremdlich klingen, ist aber äußerst kraftvoll und bei weitem nicht nervig.
Die letzten drei Songs stellen wiederrum alles auf den Kopf, animieren zum Mitwippen, wecken Assoziationen zu Bossa und sind erst nach häufigem Hören in ihrer Struktur zu durchschauen.
Elemente der Filmmusik sind spürbar und alles erzeugt ein grandioses Flair.
10 von 10 Punkten. Songwriting und Jam in einem ausgeglichenen Verhältnis, angereichert durch einen Ausnahmegitarristen. Mehr davon, obwohl Smooth natürlich ein cooler Song war.
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