
Die Russen sind in der Regel für ihren äußerst kalten Winter sowie den Kommunismus bekannt. Vodka darf man wohl als das weit verbreitetste "kulturelle Gut" bezeichnen. Musik fällt wahrscheinlich nicht unter die ersten 10 Dinge die man nennen würde. Damit wäre dann wohl Alles gesagt.
Nicht ganz. Da gibt es noch eine Kleinigkeit, genauer gesagt 2 Klavierkonzerte. Eines in c-moll Eines in g-moll. Komponiert von einem meiner absoluten Favoriten. Unendliche Melodien aus einer anderen Welt, voller Anmut und Stärke, immer wieder durchtränkt mit der Quintessence aus klassischen und romantischen Fantasien.
Musik welche eigentlich nicht im Konzertsaal gehört werden kann, da die angespannte Stille keinen Platz für ausschweifende Gefühlsausbrüche des Geistes bietet. Nichts ist vergleichbar mit der Virtuosität der beiden Konzerte (2&4) von Rachmaninoff, gespielt von Vladimir Ashkenazy und dirigiert von André Previn.
Hören ist hier angesagt und das meine ich auch so wie ich es schreibe. Nicht mal eben 30 Sekunden anspielen sondern komplett von Anfang bis Ende lauschen und entdecken. 11 Minuten reiht sich im Moderato ein Höhepunkt an den nächsten, nichts wiederholt sich und wenn subtil und unaufdringlich. Akkorde, Melodien, Läufe alles findet sich. Gefühl und Technik wird beim Spiel gleichermaßen gefordert. Ich will keine genauen Beispiele geben, dafür gäbe es zu viele.
Diese Musik ist genauso Komplex in ihrem harmonischen Gerüst wie Mozart, aber viel zugänglicher. Sie spricht zuerst den emotionellen Menschen und nicht den rationellen an. Auf Grund dieser Tatsachen war er wahrscheinlich nie der gefeirtteste oder akzeptiertteste Komponist. All die konservative Kritik war lange Zeit seinem musikalischem Gedankengut verschlossen gegenüber. Zum Glück hat sich dieser Umstand in das Gegenteil umgekehrt und wir können alle an der unbändigen Schönheit und Ästhetik teilhaben.
10 von 10 Punkten, geht gar nicht anders!
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