Freitag, 6. Juli 2007

Definitv ein Revolver mit Ladehemmung

Slash und der Orden der Schreckschusspistolen, so hätte die Überschrift auch lauten können. Ähnlich wie das neuste Harry Potter Filmspektakel betrat vor einigen Jahren, die bunt durcheinander gewürfelte Combo Velvet Revolver, mit viel Brimborium, die Bühnen dieser Welt.

Gemischt aus Suicidal Tendencies, Stone Temple Pilots, sowie Guns N'Roses war wohl deftiger Rock mit viel Drogen vorprogrammiert. So ähnlich kam es dann auch. Scott Weiland war irgendwie auf Dauerentzug, dass Album verkaufte sich vorallem in den USA prächtig und eine ausgeprägte Tour, inklusive Festivalauftritten, stand an.

Ihr erstes Werk war auch nicht schlecht. Amtlicher Ton, bodenständige Riffs und das ein oder andere Solo und so war ich auch 2005 bei Rock am Ring dazu geneigt sie mir live anzuschauen. Großer Fehler übrigens. Weiland singt jeden Song bodenlos grausam. Einfach katastrophal wie er keinen Ton traf, z.B. bei Dirty Little Thing.

Auch der maßlos überschätzte Slash macht keine tollen Job. Wahrscheinlich hatte er wieder zu viel Jim Beam gesüppelt und war deshalb nicht in der Lage seiner Gitarre ansprechende Klänge zu entlocken. Sein Solo bei ebenfalls Dirty Little Thing ist weit entfernt von dem was man erwarten sollte. Ein Freund sagte vor dem Auftritt noch zu mir: "Da spielt doch Slash mit, spielt der nicht die geilsten Soli überhaupt?" Ganz ehrlich, neeee. Schaut euch mal Zakk Wylde an, der säuft zwar auch wie ein Berserker spielt aber auch wie ein Gott.

Dies war ein Prolog der nun zum eigentlichen Thema des Artikels leiten soll, nämlich ihr aktuelles Album. Heisst Libertad und versagt auf ganzer Linie. Ich bin nicht voreingenommen nur weil Slash scheisse bei dem Gig gespielt hat. Neutral zu bleiben fällt aber bei diesem Rock(opus) wirklich schwer.

Lediglich der Opener Let It Roll ist relativ knackig und macht Dampf. Alles was darauf folgt ist irgendwie Musik zum einmal hören und dann wegwerfen. Zwar amtlich arrangiert und ansprechend produziert, aber einfach nicht "catchy". Kein Song bewegt mich dazu ihn nochmal zu spielen, nichts bleibt hängen, kein Riff animiert zum tanzen. Ich erwarte keine Single, welche bei Mtv den ganzen Tag rauf und runter läuft! Stattdessen wäre aber ein "rundes" Album angesagt gewesen.

Gibt es denn was vergleichbar besseres? Definitv! Black Stone Cherry aus den Südstaaten verzichten auf Starbesetzung und rocken dafür lieber einen Club nach dem nächsten. Ihr gleichnamiges Album zeigt wie Velvet Revolver klingen sollten, aber ich werde auch über diese Band in naher Zukunft referieren, so stay tuned.

3 von 10 Punkten. Hohe Erwartungen werden wirklich zerstört, ihre schlechte live Performance schmälert das ganze zusätzlich.

Keine Kommentare: