Montag, 18. Juni 2007

Nur Minutes bis zur Ernüchterung!


Jetzt wirds blutig! Konnte ich in meinem ersten Post dem Motto "unbarmherzig" noch nicht gerecht werden ändert sich dies nun grundlegend.

Oh nein werden die meisten schreien, er will sich an einer Nu-Metal Band vergreifen, er hält sich für einen elitären Musiker der jegliche Form des poppigen-mainstream Rock verurteilt!
Lächerlich kann ich da nur sagen, denn ich liebe Nu-Metal, auch wenn es nur ungefähr zwei Bands gibt, die ihn je in entsprechender Weise zu präsentieren wussten. Dies manifestierte sich schon in Bandname und Besetzung.

Von wem rede ich nun? Ist doch klar, Limp Bizkit und Linkin Park. Paul Reed Smith Gitarren, Turntables, große Drumsets, beleuchtete Bässe und eine Mischung aus Rap und zumeist schlechtem Gesang, yeah das ist Nu-Metal. Dazu füge man noch teure, etwas abgefahrene Videos und eine saftige Albumproduktion und fertig ist das Produkt. Kann doch eigentlich nicht viel schief gehen! Eben doch! Ihr Erfolg wurde den Bands nämlich zum Verhängnis, sie hatten genug von fetten Riffs und aggressivem Scratchen, wollten aussagekräftige Songs schreiben oder weg vom glatt polierten Sound. Genau wie der Blues ist auch Nu-Metal tot oder doch nicht? Linkin Park versuchen sich mit ihrem neuen Album "Minutes to Midnight" neu zu erfinden.

Ich war doch sehr gespannt was ich zu erwarten hatte, denn sie wurden von Rick Rubin produziert und es wurde natürlich viel Tam-Tam ums Album gemacht. Mit großen Erwartungen öffnete ich meine Gehörgänge und verschloss sie dann auch wieder schnell mit Ohropax. Die Snare vom Schlagzeug klingt wie ein Schellenkranz, die Gitarre wie aus einem Plastikverstärker und die dermaßen einschläfernden Balladen nerven durch gesangsähnliches Genöhle.

Kein Song wartet mit coolen Ideen auf und wenn sind sie geklaut, wie z.B. der Anfang von Minutes to Midnight klingt verdächtig nach John Carpenters Halloween Theme, Hands Held High nach Eminem und auch sonst sind Schlagzeugrhythmen wie bei No More Sorrow irgendwie billig. Bei Bleed It Out bin ich bei der Suche nach einem vermeintlichen Höhepunkt fast zu Grunde gegangen, wie fett hätte der Song werden können!

Hinzu kommt noch das die Band wohl mit unzähligen Instrumenten im Studio experimentiert hat, aber im Endeffekt keines den Weg aufs Album geschafft hat. Spricht nicht gerade für die Jungs, denn entweder sie sind schlechte Musiker und haben nichts auf die Reihe bekommen oder die Plattenfirma hat gesagt, nicht poppig genug und das haben Linkin Park bei ihrem Erfolg nun wirklich nicht nötig.

Das stylische aber nichtssagende Cover will ich nicht weiter kommentieren und dem ersten Video fehlt auch eine wirklich Aussage!


4 von 10 Punkten. Soviel? Ja! Das Album ist einfach zu hörbar, niemand schaltet nach dem ersten Song ab weil er es nicht mehr erträgt, man hört es sich bis zum Ende an und macht sich ein Bild, deshalb gibts noch 4 Punkte.

Band: Linkin Park
Album: Minutes To Midnight
Links: www.linkinpark.com

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