Sonntag, 17. Juni 2007

Der Blues ist tot!


Als bekennender Blues-Enthusiast ist diese Aussage zwar traurig entspricht aber oftmals der Wahrheit. Fragt man jemand ob er einen bekannten Interpreten dieses Genres kennt stößt man zumeist auf ein leicht irritiertes Kopfschütteln. Viele kennen weder Musiker noch Geschichte des Blues und sind sich der einschneidenden Bedeutung für den Jazz der 30iger Jahre bis zum aktuellen R'nB nicht bewusst. Es geht mir aber auch nicht um eine musikhistorische Analyse sondern um Scott McKeon.

Scott McKeon? Noch nie gehört! Wie sollte man auch, er spielt Blues, kommt aus Großbritannien und ist noch verdammt jung! Oh je dachte ich folglich als ich über das Album stolperte. Auch die übersichtlich gestaltete Homepage, der gute MySpace Auftritt und die ansprechenden Fotos wussten meine Voreingenommenheit nicht auszuräumen. Eine billige Produktion mit ödem Sound und ohne jegliche Innovation das war und ist es was man bei aktuellen Bluesalben zu erwarten hat.

Diesmal nicht, definitiv nicht, der Typ ist wie eine Kettensäge auf Amphetaminen. Sein Sound ist vintage wie man so unter Gitarristen sagt. Fender Verstärker und Stratocaster, schön laut und dreckig, dennoch klar strukturiert mit einem unaufdringlichen aber dennoch immer druckvollen Bass und einem klassischen Schlagzeug was groovt wie sau. Ich bin begeistert und das bin ich bei dem ganzen Zeug was ich in letzter Zeit gehört habe wirklich selten, aber dieses Album geht direkt ins Herz und das sollte Blues auch. Blues ohne Seele ist kein Blues, er braucht Charakter. Entweder man singt wie B.B. King, schreibt Songs wie Eric Clapton, erfindet den Blues neu wie John Mayall oder ist einfach eine Ausnahmeerscheinung wie Stevie Ray Vaughan.
Scott McKeon hat es geschafft das Beste von damals mit dem besten von heute zu verbinden. Seine Songs gehen unaufhaltsam nach vorne wie bei "i used to have something", bieten einen klassisch-leidenden Bluesansatz wie bei "last thing i do" und eröffnen neue Klangwelten wie bei "i can see through you". Diese verzerrte Gitarre ist einfach göttlich. Er schwelgt in seinen Soli, setzt nicht auf technische Perfektion sondern auf Gefühl und singen tut er auch gut.
Anhören und abrocken lautet die Devise und jetzt geh ich lieber "Can't take no more" hören als bloggen und werde still über den genialen Titel des Albums philosophieren, der mehr Blues hat als bei Anderen die Musik! Kaufen!

9 von 10 möglichen Punkten. Das Album bekommt 10 Punkte wenn er ein zweites nachgelegt hat was genauso gut ist, aber da mache ich mir eigentlich keine Sorgen bei dem Talent!

Etwas kurz der Artikel! Ich weiss. Bald gibts mehr, es gibt genug worüber ich schreiben möchte!


Musiker: Scott McKeon
Album: Can't take no more
Links: www.scottmckeon.com, www.myspace.com/scottmckeon

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