Dienstag, 26. Juni 2007

Kabel in die Buchse und aufreißen!


Diesen Spruch beherzigen viele Gitarristen und man muss ehrlicherweise sagen das dies oft ziemlich daneben geht. Musik begeistert mich und das mit zunehmendem Alter auch immer mehr. Vorallem aber gute Musik. Ich habe nichts gegen Pop, solange er qualitativ hochwertig ist, auch finde ich nicht kategorisch jede Art der klassischen Musik gut nur weil einige 60jährige dieser Auffassung sind. Mein Spektrum reicht von Oper bis Death Metal und am liebsten bewege ich mich mittendrin, aber auch die Extreme sind reizvoll und hörenswert. (Mein nächste Cd-Kritik wird übrigens ein Klassikalbum eines russischen Komponisten sein, eine der besten Cds die ich besitze, aber dazu mehr in den nächsten Tagen.) Ich will nun zum ursprünglichen Thema zurückkehren und wieder auf Gitarristen schimpfen. Da ich selber dieser Gattung angehöre steht mir dieses zu. Ich schimpfe auch oft über mich selbst.

Mein Frage lautet: Warum gibt es so viele gute Gitarristen und nur so wenige die es fertig bringen ein ansprechendes Instrumentalalbum zu produzieren. Wovon ich berichten möchte ist mein Unverständnis gegenüber denen die tierische Licks mit atemberaubender Technik und unterhaltendem Posing verbinden, aber ein billig klingendes Album nach dem nächsten aneinanderreihen. Ich rede nicht von Steve Vai, der immerwieder durch völlig neuartige Ideen besticht oder von Joe Satriani, der schon eine Ikone der Musikszene ist, sondern von unerträglichen Shreddern, verdammt talentierten Leuten wie Steve Morse oder Freaks wie Yngwie Malmsteen, die einfach unfähig sind ein geiles Album zu produzieren. Warum? Das kann doch nicht so schwer sein.

Es ist auch nicht so, dass sie keine guten Songs schreiben. Ihre Ideen sind gut und sie sind fähig einen eigenen Stil zu entwickeln. Dies geschieht oft durch Customshop Gitarren, massig Effekte und viele laute Verstärker. Bei all dieser Masse von tollen Dingen sollte doch was gutes dabei rumkommen?!

Nehmen wir Yngwie Malmsteen als Beispiel. Geht live ab wie Hölle, aber seine Alben klingen wie mit einem Aldimikrofon und 4-Spurgerät um Keller aufgenommen. Beinahe unerträglich und diese Kritik ist frei von Verachtung für Neo-classical Rock.

Ein weiteres Beispiel ist Steve Morse. Spielt inzwischen bei Deep Purple, früher Solo und bei den Dixie Dregs. Vielseitig wie kein anderer. Von Country bis zum brutalen Solo kann er alles. Seine aufgenommene Musik zeugt zwar von großer Kreativität lässt aber wiederum jegliches Gespür für eine gute Produktion vermissen. Diesem Umstand verdankt er auch seine eher geringe Popularität im Vergleich zu z.B. Satriani.

Noch mehr Gitarristen gefällig? Kein Problem.

Eric Johnson hört zwar schon eine Woche bevor die Batterie seines Effektgeräts leer ist wann er sie austauschen muss, ist dafür aber eine absolute Schnarchnase auf der Bühne. Gefolgt von Paul Gilbert der so schnell spielen kann das man nur noch Brei hört sich aber nicht bewusst ist wie lächerlich langweilig sein Riffs auf den Alben sind. Die klingen, auch wenn die Produktion selber in Ordnung ist, wirklich nach einem mäßig talentierten Gitarrist der hofft Rockstar zu werden.

Von den norwegischen Shreddern deren Namen ich nicht aussprechen oder schreiben kann brauche ich wohl gar nicht sprechen. Ihr nervt! Technik, ja bitte! Unendliches Gedudel, nein danke!

Auch in diesem Post soll aber auch etwas positives Gedankengut vermittelt werden. So bin ich zum Beispiel der Meinung das Andy Timmons inzwischen einen ganz guten Job macht. Klassisch produzierte Alben treffen rockige Virtuosität auf der Gitarre. Abgerundet wird das Ganze noch durch einen, so scheint er mir, entspannten Charakter und prima Gigs.

Eine Frage hab ich noch zum Schluss. Was ist eigentlich bei Jeff Beck los? Vom Blues/Rock zu krassen mit Drum'n Bass unterlegten Power Riffs. Geht übrigens tierisch ab. Trotzdem komisch.

7 von 10 Punkten für Andy Timmons letztes Werk. Ist eigentlich nur Musik für Gitarristen und kein Meilenstein der Musikgeschichte, aber egal!

Musiker: Andy Timmons
Album: Resolution
Links: www.andytimmons.com

Freitag, 22. Juni 2007

Ich schwelge im HipHop


Kann eigentlich nicht sein dachte ich anfangs. HipHop und ihm verwandte Musikrichtungen sind von mir meist gemiedene musikalische Sphären. Dennoch ist es für mich unumgänglich jegliche Form der Musik gehört zu haben, sodass ich mich im Internet schlau machte und vom aktuellen Superstar bis hin zu abgefahrenem Independentzeug alles gehört habe. Die wirkliche Erkenntnis fand ich dabei nicht, bis mir, der in der Szene bekannte und bis zu seinem letzten Album geschätzte Dj Shadow, mit aus Samples gestrickten psychedelischen Beats, eine beeindruckende Subkultur aufzeigte.

Etwas vergleichbares hatte ich noch nie vernommen. Hunderte alte Schallplatten formen Shadows Debut "Endtroducing". Im Keller eines Vinylverkäufers fand er sein persönliches Nirvana der Musik. Größtenteils unbekannte Künstler boten ihm mit ihrer Musik genügend Material um bewaffnet mit Turntables HipHop-Geschichte zu schreiben.

Ich war schon beim ersten Hören, von der aus meiner Sicht mit Worten schwer zu beschreibenden musikalischen Erscheinung, begeistert. Die atmosphärische Dichte die bei "Building Steam With A Grain Of Salt" erzeugt wird ist genauso begeisternd wie der lässige und zugleich stark fordernde "Organ Donor". Einzig und allein Mutual Slump ist auch für mich ein wenig unzugänglich, aber bei "Midnight In A Perfect World" werde ich sogleich mehr als entschädigt. Musik um sich elend zu fühlen, Musik um sich frei zu fühlen, Musik um sich stark zu fühlen.

Die Gefühlswelt die sich mir offenbart ist mit Worten nur zu umreißen, nicht tiefgründig zu erörtern. Geiles Album einfach.

Kaufen!

Hören!

Ein großer HipHop Fan werde ich wahrscheinlich trotzdem nicht werden, aber den ein oder anderen Höreindruck werde ich wohl nun genießen können und ich bin aufgeschlossener diesem musikalischen Metier gegenüber geworden. Mehr gilt es auch nicht zu erreichen, zumal mir HipHop sowohl künstlerisch als auch als kulturelles Element noch nicht vollständig verständlich ist. Klärt mich auf!

Musiker: Dj Shadow
Album: Endtroducing
Links: www.amazon.de/djshadow

Donnerstag, 21. Juni 2007

timbaland SHOCKT wirklich



Mit aller Macht ist es in diesen Tagen mein tiefstes Bedürfnis und Bestreben dem von Mtv und VIVA kreierten Sog aus Rihanna, Furtado, Timberlake und Timbaland zu entrinnen. Klappt aber nicht. Wie auch? Unterstützt durch andere Sender nimmt das Unheil seinen Lauf.

Ist nicht auszuhalten, was einem geboten wird. Test gefällig? Ganz einfach! Mtv oder VIVA einschalten und was sieht man? Rihanna, Furtado, Timberlake und Timbaland. Ich kann fast garantieren das einem Rihanna's Umbrella entgegenflimmern wird, dass läuft mindestens 5 mal pro Tag. Auf beiden Sendern! Ahhhh und mittendrin Nelly F. die auf sexy irgendwas macht, ihr neues Selbstverständnis ist mir nicht klar! Ebenso wenig wie das von Justin T. . Ich kaufe ihm die neue Masche nicht richtig ab. Das was bei seinem vorherigen Album zu hören war überzeugte mich deutlich mehr, auch wenn ich zugeben muss das SexyBack ziemlich abgeht! Nicht zu vergessen Timbaland. Er packt beide zusammen und gibt seinen Senf in Form von Sprechgesang noch dazu. Na ja wenns mit der Rapkarriere nicht klappt muss man sich eben bei der eigenen Produktion profilieren.

Ich will aber gar nicht so negativ über die Musik kokettieren. Worum es mir geht ist die zuvor erwähnte mediale Dauerberieselung mit einigen wenigen Songs, ohne Pause und ohne wenn und aber, als gäbe es niemand anderes mehr der einen guten Song machen würde. Zu allem Überfluss wird auch noch jeglicher Bericht in den Nachmittagssendungen von z.B. ProSieben, RTL, Sat1 etc. mit genannter Musik unterlegt. Auch Shows mit Models oder angehenden "Popstars" wagen es nicht den musikalischen Horizont etwas zu erweitern. Wirklich schade.

Dies war mir ein spontanes Anliegen, welches ich bloggen musste!

Morgen gibts wieder Cd-Kritik!

Musiker: Timbaland
Album: Shock Value

Montag, 18. Juni 2007

Nur Minutes bis zur Ernüchterung!


Jetzt wirds blutig! Konnte ich in meinem ersten Post dem Motto "unbarmherzig" noch nicht gerecht werden ändert sich dies nun grundlegend.

Oh nein werden die meisten schreien, er will sich an einer Nu-Metal Band vergreifen, er hält sich für einen elitären Musiker der jegliche Form des poppigen-mainstream Rock verurteilt!
Lächerlich kann ich da nur sagen, denn ich liebe Nu-Metal, auch wenn es nur ungefähr zwei Bands gibt, die ihn je in entsprechender Weise zu präsentieren wussten. Dies manifestierte sich schon in Bandname und Besetzung.

Von wem rede ich nun? Ist doch klar, Limp Bizkit und Linkin Park. Paul Reed Smith Gitarren, Turntables, große Drumsets, beleuchtete Bässe und eine Mischung aus Rap und zumeist schlechtem Gesang, yeah das ist Nu-Metal. Dazu füge man noch teure, etwas abgefahrene Videos und eine saftige Albumproduktion und fertig ist das Produkt. Kann doch eigentlich nicht viel schief gehen! Eben doch! Ihr Erfolg wurde den Bands nämlich zum Verhängnis, sie hatten genug von fetten Riffs und aggressivem Scratchen, wollten aussagekräftige Songs schreiben oder weg vom glatt polierten Sound. Genau wie der Blues ist auch Nu-Metal tot oder doch nicht? Linkin Park versuchen sich mit ihrem neuen Album "Minutes to Midnight" neu zu erfinden.

Ich war doch sehr gespannt was ich zu erwarten hatte, denn sie wurden von Rick Rubin produziert und es wurde natürlich viel Tam-Tam ums Album gemacht. Mit großen Erwartungen öffnete ich meine Gehörgänge und verschloss sie dann auch wieder schnell mit Ohropax. Die Snare vom Schlagzeug klingt wie ein Schellenkranz, die Gitarre wie aus einem Plastikverstärker und die dermaßen einschläfernden Balladen nerven durch gesangsähnliches Genöhle.

Kein Song wartet mit coolen Ideen auf und wenn sind sie geklaut, wie z.B. der Anfang von Minutes to Midnight klingt verdächtig nach John Carpenters Halloween Theme, Hands Held High nach Eminem und auch sonst sind Schlagzeugrhythmen wie bei No More Sorrow irgendwie billig. Bei Bleed It Out bin ich bei der Suche nach einem vermeintlichen Höhepunkt fast zu Grunde gegangen, wie fett hätte der Song werden können!

Hinzu kommt noch das die Band wohl mit unzähligen Instrumenten im Studio experimentiert hat, aber im Endeffekt keines den Weg aufs Album geschafft hat. Spricht nicht gerade für die Jungs, denn entweder sie sind schlechte Musiker und haben nichts auf die Reihe bekommen oder die Plattenfirma hat gesagt, nicht poppig genug und das haben Linkin Park bei ihrem Erfolg nun wirklich nicht nötig.

Das stylische aber nichtssagende Cover will ich nicht weiter kommentieren und dem ersten Video fehlt auch eine wirklich Aussage!


4 von 10 Punkten. Soviel? Ja! Das Album ist einfach zu hörbar, niemand schaltet nach dem ersten Song ab weil er es nicht mehr erträgt, man hört es sich bis zum Ende an und macht sich ein Bild, deshalb gibts noch 4 Punkte.

Band: Linkin Park
Album: Minutes To Midnight
Links: www.linkinpark.com

Sonntag, 17. Juni 2007

Der Blues ist tot!


Als bekennender Blues-Enthusiast ist diese Aussage zwar traurig entspricht aber oftmals der Wahrheit. Fragt man jemand ob er einen bekannten Interpreten dieses Genres kennt stößt man zumeist auf ein leicht irritiertes Kopfschütteln. Viele kennen weder Musiker noch Geschichte des Blues und sind sich der einschneidenden Bedeutung für den Jazz der 30iger Jahre bis zum aktuellen R'nB nicht bewusst. Es geht mir aber auch nicht um eine musikhistorische Analyse sondern um Scott McKeon.

Scott McKeon? Noch nie gehört! Wie sollte man auch, er spielt Blues, kommt aus Großbritannien und ist noch verdammt jung! Oh je dachte ich folglich als ich über das Album stolperte. Auch die übersichtlich gestaltete Homepage, der gute MySpace Auftritt und die ansprechenden Fotos wussten meine Voreingenommenheit nicht auszuräumen. Eine billige Produktion mit ödem Sound und ohne jegliche Innovation das war und ist es was man bei aktuellen Bluesalben zu erwarten hat.

Diesmal nicht, definitiv nicht, der Typ ist wie eine Kettensäge auf Amphetaminen. Sein Sound ist vintage wie man so unter Gitarristen sagt. Fender Verstärker und Stratocaster, schön laut und dreckig, dennoch klar strukturiert mit einem unaufdringlichen aber dennoch immer druckvollen Bass und einem klassischen Schlagzeug was groovt wie sau. Ich bin begeistert und das bin ich bei dem ganzen Zeug was ich in letzter Zeit gehört habe wirklich selten, aber dieses Album geht direkt ins Herz und das sollte Blues auch. Blues ohne Seele ist kein Blues, er braucht Charakter. Entweder man singt wie B.B. King, schreibt Songs wie Eric Clapton, erfindet den Blues neu wie John Mayall oder ist einfach eine Ausnahmeerscheinung wie Stevie Ray Vaughan.
Scott McKeon hat es geschafft das Beste von damals mit dem besten von heute zu verbinden. Seine Songs gehen unaufhaltsam nach vorne wie bei "i used to have something", bieten einen klassisch-leidenden Bluesansatz wie bei "last thing i do" und eröffnen neue Klangwelten wie bei "i can see through you". Diese verzerrte Gitarre ist einfach göttlich. Er schwelgt in seinen Soli, setzt nicht auf technische Perfektion sondern auf Gefühl und singen tut er auch gut.
Anhören und abrocken lautet die Devise und jetzt geh ich lieber "Can't take no more" hören als bloggen und werde still über den genialen Titel des Albums philosophieren, der mehr Blues hat als bei Anderen die Musik! Kaufen!

9 von 10 möglichen Punkten. Das Album bekommt 10 Punkte wenn er ein zweites nachgelegt hat was genauso gut ist, aber da mache ich mir eigentlich keine Sorgen bei dem Talent!

Etwas kurz der Artikel! Ich weiss. Bald gibts mehr, es gibt genug worüber ich schreiben möchte!


Musiker: Scott McKeon
Album: Can't take no more
Links: www.scottmckeon.com, www.myspace.com/scottmckeon

Samstag, 16. Juni 2007

Endlich!

Nun hat es also geklappt, endlich habe ich einen Blog aber noch keine Leser! Gibt auch nichts zu lesen, aber morgen bestimmt.