Sonntag, 9. Dezember 2007

Die schwedische Breitseite

Volltreffer! Wiedermal zeigen uns die Skandinavier wo es langgeht. Rap gepaart mit Elektro, House ... von Adam Tensta.

Für Politiker und boulevard-interessierte Menschen hält Schweden immer etwas bereit. Ob Pisa oder Königshaus-Geschichten, ewige Dunkelheit oder ewige Weite, hohe Alkoholsteuern oder gefüllte Staatskassen. Dennoch, Alles unwichtig. Wir wollen Musik.

Viking Metal, Hardcore und vergleichbare Genres sind uns aus diesen Regionen schon vertraut . Nicht zu vergessen Chartstürmer wie HIM (Finnland), Gitarrengesabber von José González oder alternativer Pop von Robyn. Ob die Schweden den Blues haben wage ich zu bezweifeln. Elektro können sie wiederrum. Bleibt noch Hip Hop?!

Schon vor einem Jahr habe ich einen nordischen Rapper gehört. Dumm nur, dass ich seinen Namen vergessen habe. Ist jetzt nicht mehr schlimm, habe nämlich einen prima Ersatz. Adam Tensta sieht nicht schwedisch aus, rappt nicht so und macht eine Menge Spaß. Die Bloggerszene hat starken Gefallen an seiner Mischung aus elektronischen, house-ähnlichen Beats und lässigen Reimen gefunden. Da kann ich mich nur anschließen.

"My Cool" könnte man Retroallüren nachsagen, "They Wanna Know" einen "Dope Ass Beat" nennen, I'M Sayin' mit R'nB vergleichen und man läge nie falsch. Das Album beginnt mit zwei düsteren, midtempo Nummer, die keinen Zweifel an einem Hip Hop Werk lassen. Durch "My Cool" hält dann Disco Einzug. Ein angenehmes Maß an Vertrautheit stellt sich bei "Dopeboy" und "Walk With Me" ein. Bum! Fertig. Gut.

Textlich macht das Ganze auch was her. Eine Mischung aus, warum ist mir das nicht eingefallen, wenig Gangster-Bla-Bla und leichter Ironie. Es ist aus Schweden! Ich kapiers nicht. Das Beste was uns einfällt sind Room2012. Klasse. Schöne Bescherung wieder dieses Jahr! Also bei mir gibts nur Adam Tensta-It's A Tensta Thing unter den Baum. Übrigens nur im schwedischen Itunes Store erhältlich, aber das wird sich sicherlich bald ändern.

Hinzufügen sollte ich, dass auch seine Videos zu "My Cool" und "They Wanna Know" gelungen sind. Hip Hop und Elektro, beide Themen finden sich wieder. Ich habe Kopfschmerzen, deshalb lausche ich nun lieber den Klängen von Faurés Requiem.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Banging On Your Ear-Drum

Sucht man Facettenreichtum ist ein Hip Hop Album nicht der immer der beste Weg. Abwechslungsreich gestaltet sich meist nur der inhaltlich-textliche Aspekt, das Timbre der Stimme, der Klang der Beats und die Grundstimmung der Soundsprache bleibt oft an einem Punkt stehen.

Es ist prinzipiell schwierig Alben dieser Art zu bewerten. Das lässt sich vielleicht auf das Fehlen eines Zugangs, des Textverständnisses und musikalischer Einschränkung zurückführen. Bei Talib Kweli fällt es dagegen leicht. Da zaubert Norah Jones ein Hauch von Jazz zwischen die Rhymes, KRS-One fegt mit einem Old-School Vibe vorbei und kreativer Aktionismus paart sich mit Popattitüde.

Ich wage einen direkten Einstieg und beginne mit etwas Negativem. Will I. Am hat einen der Tracks produziert (Hot Thing). Nicht unbedingt etwas von dem ich behaupten würde, dass es grundsätzlich schlecht ist. Sein Stil ist deutlich erkennbar, was sich ich zu schätzen weiss. Seine eher minimalistisch orientierten Ideen sind eingängig, auf hohem Niveau entwickelt und umgesetzt. Meine Empfindung welche sich bei diesem Song äußert lässt mich jedoch folgern, dass er nicht in das Album passt.

Bei "Go With Us" kommt Club-Chartbeat Atmosphäre auf, bleibt dabei kurz vor einem 50 Cent Typus stehen und ist lässig. Es eröffnet nicht Gedanken an 14jährige Gangster in FUBU Klamotten. "Hot Thing" allerdings bedient eine Art Chartklischee. Zwar ist er von allen Tracks derjenige welcher sich sofort im Hirn festsetzt, aber nach längerem Hören des Albums, vom Rezipienten schnellst möglich gelöscht werden möchte. Talib Kweli will gefallen, ohne dabei an Aussagekraft zu verlieren. Das ist bei fast allen Songs gelungen, nur bei "Hot Thing" tritt zu viel Pop in den Vordergrund. Ich versuche mich nun aber nicht mit dem einen Titel zu lange aufzuhalten.

Hostile Gospel Pt.1 ist fantastisch. Fetter Beat, tolles Arrangement mit Chor, Klavier und ein Rapflow der sich zwischen direkt und flexibel einpendelt. Hip Hop in Höchstform. "Country Cousins" schließt nahtlos an. Wieder eine Menge Stimmgewalt im Hintergrund, welche die Reime nicht stört. Die Bläsereinwürfe sind spontan und oft unberechenbar. So wird Spannung erzeugt, ohne in hektische Strukturen auszuarten.

Das Rap auch entspannen kann zeigt "Soon The New Day". Die Bridge vor dem ersten Chorus ist extravagant anders und göttlich schön. Ebenso der Chorus selber. Norah Jones gibt ihre stimmlichen Charakteristika zum Besten. "Listen" macht seine Aufforderung wahr und das "Space Fruit Interlude" ist erfrischend blöd und gut.

Das hervorstechendste Merkmal dieses Album ist die Vielfalt, die dabei klare Linie von Talib Kweli, die Masse an Songs und die Tatsache, dass man wahrlich immer wieder Neues erforschen kann.

Perfekt ist es nicht, aber ich habe schön länger nicht mehr so gerne eine Album gehört, nicht nur einzelne Songs. Ear-Drum sollte man besitzen!

Mittwoch, 28. November 2007

In den Toaster!

9 Uhr am Abend. Müdigkeit, Hunger und nur ein paar trockene Scheiben Brot. Trostlos schrumpeln sie in der Küche vor sich hin. Pizza ist keine mehr im Gefrierschrank und den Salatblättern im Kühlschrank fehlt auch optischer Elan. Mit einem guten Toaster lässt sich mein bedauernswertes Befinden an einem solchen Tag jedoch problemlos beheben.

Hat man altes, fast ungenießbares Brot, dann kann der Geschmack zumindest gesteigert werden. Brötchen wird wieder ein duftendes Aroma verliehen und auch frischen Backwaren vermag dieses Elektrogerät noch zu mehr Gaumenfreude gereichen. Gaumenfreude ist eines meiner Laster, habe es aber gut im Griff. Hörfreude ein Weiteres. Gäbe es doch einen Toaster für Musik!

Greatest Hits sind manchmal ein solcher Toaster. Da finden sich die essenziell besten Werke eines Künstlers kombiniert auf einer CD. Überflüssig sagt Ihr jetzt. Recht habt Ihr! Nicht ganz! In Zeiten der multimedialen Tötungsmaschine "Internet" kann man entweder illegal Musik tauschen oder sich bei iTunes seine Titel besorgen. Beides lässt den Schluss zu, dass mühelos eine solche Zusammenstellung selber in Angriff genommen werden kann. Einziger Vorteil einer Greatest Hits sind folgerichtig die obligatorischen neuen Songs (meistens nur zwei) und Neuauflagen der Klassiker. Leblos und schlecht ist das erzielte Ergebnis aber häufig.

Das Symbol des Toasters fungiert nunmehr als eine Art Proömium für diesen Text. Der vorrangestellte Abschnitt ist in seinem Inhalt als eher unbedeutend einzustufen, darf aber als belustigend empfunden werden. Also weiter im Text. Produzent ist das Stichwort!

Der Begriff Produzent ist ungewöhnlich weit gefasst. Radikal formuliert nimmt er bei jeder Albumaufnahme eine völlig andere, differenzierte Aufgabe ein. Vom zusätzlichen Bandmitglied, zum Songschreiber, "Feature Artist", Soundfetischist...ist Alles erdenkliche möglich. Die Produktion einer Platte entscheidet ebenso über Erfolg oder Niederlage bei den Verkaufszahlen, wie die Qualitäten der sich präsentierenden Band.
Allzu oft habe ich mich schon über talentierte Musiker geärgert, die mich mit einer quälend abstoßenden Produktion konsternieren lassen. Für diesen Fall wünsche ich mir dann eine Wundermaschine, einen Toaster oder eine Neuaufnahme.

Nehmen wir P.O.D. als exemplarisches Beispiel. Bekannt geworden durch Kracher wie "Youth of the Nation" oder "Alive", änderte sich der Sound der Band spürbar nachdem ihr Gitarrist ausgestiegen und ersetzt wurde. Rockiger, etwas weniger Nu-Metal orientiert kehrten sie zurück. Beim direkten Nachfolger zu "Satellite" war das auch nicht schlecht. Nicht mehr so intensiv im Ton, aber so kann man wenigstens nicht von Stagnation reden. Bei "Testify" fand dann leider zu viel Reggea oder generelle Langeweile Einzug. Die Greatest Hits die sich darauf anboten, waren schon besser. Mit leicht bearbeiteten Versionen von z.B. "Alive" und "Southtown" fegte mir wieder ein ordentlicher Rockwirbelsturm um die Ohren. Das völlig neue "Going in Blind" überzeugte durch ein Nickelback ähnliches Powerballaden Arrangement, bei gleichzeitiger Besinnung auf die guten Nu-Metal Roots. "Roots in Stereo" ist übrigens ziemlich bahhh. Es scheint jedoch, als hätten die Plattenbosse "School of hard Knocks" vergessen. Eine Nummer mit Potential. Wirkte wie Southtown zuweilen etwas vulgär, etwas unausgeglichen. Toasten bitte! Jetzt!

P.O.D hat dieser Toaster also gänzlich geholfen. Nun ist Marcos Curiel auch noch zurück. Da kehrt bestimmt der "Boom" wieder. Nächstes Jahr Kinder wirds was geben. Ich will nicht enttäuscht werden!

Jemand der mich ganz und gar nicht enttäuscht ist Scott McKeon. Ein Review seines ersten Albums habe ich vor einiger Zeit schonmal angefertigt. Ich muss nun aber ein weiteres Mal betonen, wie sehr ich seine Produktion schätze.

Das Problem mit Bluesgitarristen ist nicht ihr Können, das Gefühl oder die Popularität. Es ist die Produktion. Die Plastikgitarren ohne ersichtliches Konzept, welche aus den Lautsprechern dröhnen, treiben mich des Öfteren in den Wahnsinn. Höre ich jedoch die Strat von McKeon, tiefer gestimmt, so satt, so dreckig, so poliert, so fuzzig, so ehrlich, so traditionell und doch modern, feiere ich ekstatische Zuckungsfeste. Diese Aufreihung von Attributen ist genauso paradox wie der Gedanke an ein druckvolles Bluesalbum. Ein Segen! Da fällt fast jeder ab, auch Joe Bonamassa mit seinem Klassiker Blues Deluxe. Momentan kann da nur Buddy Guy mitreden. Denn was da produktionstechnisch bei "Bring 'em in" geleistet wurde ist genauso verwunderlich und spektakulär gut. Bald gibts die Kritik dazu. (10 Punkte sind vorprogrammiert!)

Die Grundideen des Blues so progressiv aufzugreifen und zu kredenzen ist schon ein kleines Wunder. Das gilt für beide Protagonisten.

Was noch? Black Stone Cherry vielleicht. Deftiger Bierrock mit Südstaatenflair. Nein kein Kinder Country, wo die Zerealien gerade erst in die Milch gefallen sind. Sondern fette Riffs, dreckige Shouts und viel Mitgröhlmentalität. Serviert in einer Hülle aus staubtrockener Produktion und atmosphärischem Songwriting. Oh ja, was die Produktion schon so zu bewirken vermag.

Bei Commons "Finding Forver" kratzt Produzent "Mr. West" gerade so am erträglichen Level. Schmal ist der Grad zum Pop, knapp dran vorbei, fast überproduziert. Ich mags. Hip Hop sollte roh sein oder schillernd bunt. Ich höre Kanye oder Company Flow. Yeah!

Was zum Verreißen gitbs natürlich auch als Nachschlag. Habt ihr die letzten J. Lopez Scheiben gehört? Ich nicht, aber diese spanischen Singleauskopplungen waren so dermaßen abstoßend. Mein Gott! Der Lopezische Selbstfindungs-Kapitalismus zerstört die Musikwelt!

Das wars dann auch!

Sonntag, 25. November 2007

Melodielos, strukturlos, aber auch seelenlos?

Es gibt Tage wie den letzten Sonntag. Es fehlt Motivation, Struktur und Ambition. Man bewegt sich weder vor noch zurück. Dinge die begonnen werden führen zu keinerlei zufriedenstellendem Ergebnis oder gar Fortschritt. Zusätzlich plagt der Gedanke an die herreinbrechende Woche und das schlechte Gewissen, weil der Geist wieder so produktiv war, wie ein Hamster im Winterschlaf.

Man klickt sich durch die immergleichen Websites, die am Sonntag nur alle 5 Stunden mit neuen Information aufwarten. Streckt alle Viere auf dem Sofa aus und stellt mit einem gewissen Maß der Ernüchterung fest, dass sich das Fernsehprogramm wieder mit allerlei Blockbustern rühmt, die man schon vor 7 Jahren gesehen hat.

Vorgenommen hat sich der Blogger einen Artikel über David Guetta zu schreiben. Bei Regenschauern, Kaffee und Müdigkeit kann er sich jedoch nicht dazu bewegen elektronische Musik zu hören. Diese würde ihn mit ihrer hohen BMP Zahl den letzten Nerv rauben. Was er sucht ist Entspannung. Führen soll sie ihn zur inneren Ausgeglichenheit. Jetzt fehlt nur noch Ayurveda.

Radiohead also. Kid A. Den "right place" such ich auch und bei Radiohead ist er nicht zu finden.

Die Band ist ein Geheimnis. Musikalisch und visuell assoziiert man bei der Frage nach der Gruppe erstmal wenig bis gar nichts. Ihre Alben haben bei Kritikern immer die maximale Punktzahl, ihre Fans sind treu und unauffällig. Der Sound brennt sich sofort im Gehirn ein, die Songs besitzen eminenten Wiedererkennungwert und Kultstatus haben die Engländer sowieso.

Mag ich ihre Musik? Nein. Ist das schlimm? Nein. Tut das der Qualität der Musik einen Abbruch? Nein. Was also? Ich versuche mit dieser Kritik irgendwie die Mitte zu treffen. Überbewertet ist diese Band sicherlich. Nicht jedes Album kann die volle Punktzahl erreichen, auch wenn das viele so sehen mögen.

Kid A ist schon komisch. Bei "Everything in its Right Place" wird die Stimme des Sängers elektronisch in alle Richtungen gezerrt, "Idioteque" stagniert auf einem einzigen Beat und "Morning Bell" löst die dadurch kreierte Anspannung wieder. Abwechslungreich geht es zu. Langweilig wird es nicht. Die Qualität ist zu spüren. Die Produktion ist auf sehr hohem Niveau, nie umgarnt der Klang den Hörer zu stark, keinerlei quälendes Unbehagen steigt empor, ausgewogen bis ins letzte Details. Nigel Godrich sei Dank.

Wohl wissend, dass ich die Musik nicht leiden mag, verfasse ich diese Zeilen und bin erstaunt. "Optimistic" geht mir völlig auf die Nerven, das Gejaule ebenso und dennoch fasziniert mich dieses melodielose Gebilde, welches strukturlos scheint, sich aber durch ein durchdachtes Arrangement auszeichnet.

Seelenlos ist diese Musik sicherlich auch nicht. Da steckt mehr Seele als bei so manchem Blues, nur leider kein Herzschmerz der mich anspricht.

8 von 10 Punkten. Jetzt kann ich endlich aufhören diesen Klängen zu lauschen und mich wieder Talib Kweli widmen.

Dienstag, 20. November 2007

Wer "House" hasst wird das lieben!

Richtig klappen wird es nicht. Wem das Rezipieren von House, Elektro oder Dance kein Plaisir ist, den kann und vermag ich nicht zu überzeugen, aber diejenigen hören sowieso lieber Creedance Clearwater Revival und wünschen sich die "guten, alten" Drogenzeiten zurück. (Nicht böse sein!)

Diesen Samstag ist mir wieder etwas entscheidendes verdeutlicht worden: In einem Club muss es krachen! Neue Erkenntnisse bei "unbarmherzig"!

Ich war am Wochenende feiern, wie das so schön heisst. Wieder einer dieser Begriffe die nerven. Zum Punkt. Ich vergnügte mich in einem kleinen Club, welcher neben einem Barbereich noch die Möglichkeit offenhält entweder zu Soulmusik oder alternativ zu Elektro/Minimal das Tanzbein zu schwingen. Das Bier schmeckte wie immer lecker, besonders zur Happy Hour.
Verwunderlich war jedoch der Umstand, dass sich um halb eins etwa 2 Leute auf der Tanzfläche befanden. Es füllte sich zwar mehr und mehr, aber so richtig voll wurde es dennoch nicht.
Dafür sind im besonderen zwei Gründe anzuführen. Erstens wars kalt und die Studenten holen sich die richtige Dosis Alkohol lieber unter der Woche, damit die Mathevorlesung erträglicher wird. Zweitens die Musik.

Als positiv herrauszustellen ist die Tatsache, dass die Djs, soweit ich es überblicken konnte, noch mit Vinyl arbeiten und nicht ihre Winamp Playlists bemühen. Durch Abwesenheit glänzten des Weiteren die billigen, amplifizierten Zurufe an die Dorfjugend, welche den Vodkakonsum steigern sollen. Mit Abwesenheit wartete aber auch die Stimmung auf. Denn die 7 Minuten langen Minimal Songs, mit dem immerselben Beat, wirken wenig anregend. Ein guter, lässiger Konter war von der Soularea auch nicht zu bekommen, denn bis auf eine groovige Version von "Hit The Road Jack" und ein bißchen Amy Winehouse blieb es weitesgehend dröge.

Zu wundern brauch man sich nicht, denn wie will man bitte 7 Stunden lang ein und dieselbe Musikrichtung auflegen und dabei nicht in die Belanglosigkeit des gewählten Genres versacken. Was es braucht ist also ein absoluter Über-Dj, den (die) es zweifelsohne gibt, der sich steigert und zwischen 1 und 4 die Hütte abreißt oder den Winamp-Mann mit den Hits von gestern, heute und morgen, der sich für keinen Techno oder Popsong zu schade ist. Jump Style darf natürlich nicht fehlen!

Minimal Techno als Prolog oder Interlude ist herrlich und Soul auch. Würde doch mal jemand "My Man Is A Mean Man" von Sharon Jones kredenzen, ein wenig James Brown drüberstreuen und sich mit einem Maceo Parker Dessert verabschieden. 7 Stunden geht einfach nicht.

Was die Überschrift mit dem Artikel zu tun weiss ich jetzt auch nicht, wobei es mir gerade wieder in den Sinn kommt. Ich wollte ursprünglich David Guetta anpreisen und ein Postulat vorantreiben, welches sein Album "Pop Life" lobt . Dafür bin ich jetzt aber zu müde, deshalb wird das morgen erledigt.

Montag, 12. November 2007

Wenn nix mehr geht,

hilft manchmal nicht mal mehr die Musik.

Oft bin ich nicht krank und wenn auch nicht wirklich schlimm. Fieber habe ich bestimmt schon 3 Jahre nicht mehr gehabt, wenn nicht sogar länger. Worauf ich hinaus will ist, dass ich die letzten beiden Wochen mehr oder weniger krank im Bett lag oder hängenden Kopfes im Hörsaal verbracht habe. Um es kurz zu sagen, ich war arg genervt.

In der Schulzeit war krank sein immer schön. Zu Hause abhängen, ausschlafen und sich ausmahlen wie die Mitschüler in der Mathestunde leiden. An der Uni ist das etwas anders. Nicht das ich auf Alles Lust habe, aber wenn man was verpasst muss man jedem Prof hinterherlaufen, schreibt E-mails etc. und schlauer ist man nach nervenaufreiben Stunden auch nicht. Hinzu kommt, dass jegliche Art der Betätigung irgendwie schwer fällt. Fernsehen ist öde, Bücher lesen zu anstrengend und das Internet verliert auch nach 2 Stunden an Reiz.

In dieser verzweifelten Lage wende ich mich der Musik zu. Versuche in ihr so etwas wie eine Ablenkung, einen Sinn oder was auch immer zu finden. Klappte jedoch nicht in den vergangen Wochen, was meinen Grad an Entnervung weiter steigerte.

Korrumpiert durch die Krankheit verfiel ich in einen lethargischen Gemütszustand und nur ein Mann konnte mich retten. Warren Zevon.

Beeindruckend ist das schon. So unbekannt und doch so groß. Dem ein oder anderen wird dieser begnadete Songwriter ein Begriff sein. Sein Genie offenbart sich dem Hörer schon bei den ersten vernommenen Akkorden und bleibt ihm trotzdem verborgen.

Niemand war je so progressiv, ohne es darauf anzulegen, wie Warren Zevon. Ich bin jedes Mal aufs Neue erstaunt. Sein Album "Excitable Boy" ist von 1976, klingt aber wie gerade produziert. Unglaublich. Vielleicht wäre das Album heutzutage etwas mehr mit Effekten zugepackt, aber phänomenal ist es nichtsdestotrotz. Ein Must-Have.

Ich weiss nicht wo ich beginnen soll. "Nighttime in the Switching Yard" präsentiert sich derbe groovig, "Werewolves of London" ist catchy und ironisch, "When Johnny Strikes Up The Band" so angenehm lässig, "Roland The Headless Thompson Gunner" zeugt einfach von Songwriter- Qualitäten, die sonst fast niemand erreicht.

Zevons Stimme ist prägnant, hat Wiedererkennungswert, dabei entspannt, locker und nervt nicht wenn man krank ist. Seine Songs sind zynisch, durchgeknallt, lustig, ernst oder einfach mal "Songs".

Als mir keine Musikrichtung, kein Interpret mehr Freude bereitete, genau da erscheint Warren Zevon. Krank sein macht wieder Spaß, solange man Warren Zevon im Itunes hat oder im Cd Spieler.

Und nicht zu vergessen, der ist auch absolut spitze wenn man nicht mit der Grippe kämpft.

Ok, dieser Artikel ist etwas kolummnistischer gehalten. Ich musste nach diesem Tag einfach etwas lockeres schreiben, kein mit Fremdwörtern und Details versetztes Gemisch. Passt zu Zevon. Kein Tam-Tam. Ich werde bald auch noch mehr zu ihm schreiben, um seine Werke ausführlicher zu präsentieren.

1000 Punkte übrigens.

Samstag, 10. November 2007

Die Geborgenheit des Wohnzimmers

Dicke Tropfen peitschen gegen die Fenster. Blätter reißen sich majestätisch von ihren Bäumen. Wirbeln unbändig umher und wagen einen Tanz im kraftvollen Wind. Dazu eine Tasse edlen Tees und eine warme Decke. Gemütlichkeit ist wahrlich schön. Perfektioniert wird dieser rundum wohltuhende Moment nur noch durch die passend gewählte Musik.

Elektronische Lounge Atmosphäre, Soul, klassischer Jazz, Balladen, ein ganzes Album, eine Zusammenstellung. Oh, je. Soviel und nichts will sich so richtig meinen Ansprüchen fügen.

Elektronik ist zu kalt, ich trinke Tee und keinen Cocktail, Soul vermag es nicht die Gefühle des deutschen Herbst widerzuspiegeln, Jazzstandards will nun wirklich kaum noch jemand hören, Popballaden sind viel zu schmierig, ganze Alben machen nervös, Zusammenstellungen sind unausgeglichen!

Die absolute Harmonie kann man nicht finden. Was man also braucht ist Musik in gemäßigtem Tempo. Neu muss sie sein, aber zugänglich. Regionale Gefühle ansprechen, sich aber nicht in eine Ecke drängen lassen.

Es gibt viele Möglichkeiten sich einen solchen Nachmittag der Entspannung zu gönnen und ebenso viele Musikbeispiele könnten zu Begleitung angeführt werden. Ich will heute nur eines zur Sprache bringen, das reicht völlig.

Die Faz schreibt: "Dass dieser Drummer sein Handwerk versteht, merkt man - um es paradox zu formulieren - zunächst daran, dass eigentlich nichts heraussticht, [...]." Die innere Kohärenz von Manu Katchés Album Playground kommt der guten Komposition aus Naturschauspiel, Tee und gespendeter Wärme einer Decke gleich. Hier passt alles zueinander. Besonders fasziniert mich die Nähe, mit der mir die Platte entgegenschwebt. Fast scheint es, als würden die Musiker in meinem Wohnzimmer spielen und ich besitze die Macht über Lautstärke und Stück jederzeit entscheiden zu können. Wie eine ins Detail perfekte, nie leblose, Liveaufnahme ohne schreiendes Publikum, ohne nerviges Kratzen, Rauschen, und kreativlose Ansagen.

Abwechslungsreiche Balladen reihen sich hier aneinander. Kein Gesang, nur Schlagzeug, Bass, Klavier, Trompete, Saxophon. Fremdartige Themen sind es nicht die begeistern. Unbekannt sind sie, aber wohltuend umkreisen sie den Hörer, leicht klagend, dann wieder leicht beschwingt und mit einem Hauch Fröhlichkeit. Die Piano drückt sich oft düster aus, der Bass ist um Zurückhaltung bemüht, das Schlagzeug setzt auf Cymbals und bis dato ungehörte Fills, die Bläser schmettern nicht, sie sind inspirierend demütig.


Bei "Possible Thought" glaubt man gar zu Beginn, dass sich mehrere Drummer zusammengefunden haben. Bei "Pieces of Emotion" zitiert das Saxophon die 80ziger. Bei "Snapshot" und "So Groovy" ergreift den Hörer eine lockere, beschwingte Emotion. Und der Jazz darf nicht zu kurz kommen und die ein oder andere ausschweifende Improvisation fügt sich ein. Angenehmer Weise nicht zu penetrant.

Ob es nun das perfekte "Sonntagsnachmittags" Album ist, welches nicht nur plätschert, sondern auch fordert, dass weiss ich nicht genau. Der Ton den ich suche, der ist jedoch nahezu perfekt getroffen. Die Kompositionen sind variabel und frohlocken mit der nötigen Portion Emotion.
Faszinierende Technik endet nicht in einem unterkühlten Desaster sondern gibt dem Hörer Selbstbewusstsein zurück. Bei diesen Musiker werde ich im Konzert nicht auf einen Verspieler lauern. Entspannt kann ich mich dem Hörerlebnis hingeben.

Abschließend will ich wieder die Faz zitieren: "Manu KatchésPlayground“: ein Meisterwerk des Jazz". 10 Punkte.

Sonntag, 4. November 2007

Ungewöhnlich, aber wunderbar

Die Überschrift bezieht sich gleichermaßen auf die Musik, wie auf den Artikel. Heute gilt es nicht ein Album zu bewerten. Einen etwas anderen Ansatz habe ich für diesen Text auserkoren. Es soll sich um die musikalische Untermalung einer Sendung handeln. Ich spreche von "Top Gear"!

"Top Gear" ist, für diejenigen die es nicht kennen, ein Format der englischen BBC. In Staffeln abgedreht, rezensieren drei Moderatoren Autos oder blödeln bei unterhaltsamen Aufgaben vor sich hin. Großartige Sendung. Originell und witzig sind die Stichworte. Die Kinematographie ist herrausragend. Folglich eine wirklich beeindruckend gute Sache.

Was das mit Musik zu tun hat? Einfach. Ich habe bis jetzt noch kein im Fernsehen ausgestrahltes Programm gesehen, was so perfekt Musik einsetzt. Jeder Beitrag ist untermalt von Klassikern der Filmmusik, elektronische Sachen mischen sich dazu oder einfach Hits aus allen Jahrzehnten finden sich da. Nie sind sie jedoch zu aufdringlich, immer bleiben sie ein Teil des Beitrags. Was mich dabei noch zusätzlich erstaunt ist die Menge an dargebrachten Titeln. Immer wieder entdeckt man alt bekannte Melodien und fragt sich im nächsten Moment welcher Titel den nun gespielt wird.

Bei www.finalgear.com steht zu jeder Episode die Musik aufgelistet. Traumhaft. Ein absolut wichtiger Bestandteil dieser Show.

Das wars auch schon! Achtet mal bei youtube in den Clips drauf. Es tun sich neue Welten auf!

Freitag, 2. November 2007

Ich bin gar nicht mehr so beschämt!

Folgendes: Gestern segnete uns Mtv wieder mit Emas. Angekündigt durch den bei Großevents obligatorischen Countdown oben rechts, direkt unter einem modifizierten Senderlogo, nahm das Unheil wieder seinen Lauf.

Ich will Mtv für ihre schlechten Shows, das Fehlen von Musikvideos und die Beschränkung auf 20 Songs bei der täglichen Clipschleife gar nicht so sehr kritisieren. Blöd isses schon, aber so kommt nunmal am meisten Geld rein. Kapitalismus eben. Was mich jedoch auf die Palme bringt sind diese Awardshows. Solch ein plumpe Dekadenz, gepaart mit einem pseudo-kulturellen Musikanspruch ist denkbar widerwärtig.

Ich Frage mich ernsthaft ob sie sich gar keine Gedanken zur Show machen. Meiner Auffassung nach sollten diejenigen die an diesem Projekt beteiligt sind zumindest versuchen das Bestmögliche zu erreichen. Heisst konkret, wen lade ich ein der eine geile Show liefern kann. Wie schaffe ich es der Veranstaltung Charakter zu geben, wie transferiere ich den Charme des Landes (es findet nunmal jedes Jahr woanders in Europa statt), wer hat einen Preis wirklich verdient..... . Das dabei nicht alles perfekt ist, damit muss man leben. Nicht Eines dieser Dinge konnte jedoch ansatzweise erfüllt werden.

Wie kann man nur so daneben liegen? Avril Lavigne ist die "Abräumerin des Abends". Die animiert auf der Bühne eher zum schlafen, als zum rocken. Bei dieser Aussage erlaube ich auch keine Wiederworte, dass entspricht einfach der Wahrheit. Ihr Klamottenstil ist sehr dürftig und ihre Songs sind schon jetzt Klassiker. Die hat sie auch alle selber geschrieben, getrieben durch ihre mitreißende Dynamik.

Dann mal zu den Foo Fighters. Sind wir ehrlich werden wir uns alle eingestehen müssen das auch diese Band meistens nur dürftige Mucke verzapft. Der ein oder andere Lichtblick ist dabei, was aber meinen grundsätzlichen Tenor nicht ändern wird. Und die Babyshambles sind zwar halbwegs drogenfrei, aber die hat man nicht wegen ihrer Musik eingeladen, sondern wegen dem Pete. Was da Live gespielt wurde hat wahrscheinlich kaum jemand vorher schon gehört. Ist nicht schlimm, war nämlich nicht so prickelnd. Mein Favorit des Abends ist Stimmgewalt Winehouse. Die entweder zugedröhnt oder völlig eingeschüchtert, jeden ihrer Einsätze verpasste, das Potential ihrer Stimme nicht vermitteln konnte und dauernd nach unten schaute, um womöglich den Text abzulesen. Das "Gibberish" was da aus ihrem Mund dann entgegen des Mikros schallte ist traurig. Echt traurig. In diesem Zusammenhang bietet bild.de auch wieder Volksverdummung. Dort heisst es in einem Video "[...] nach anfänglicher Sprachlosigkeit traf sie jeden Ton [...]". Bitter. Bitter waren übrigens auch die beiden Tänzern, die durch beeindruckend artistische Verrenkungen vom Elend ablenken sollten.

Mehr als Snoop Dog in Lederhosen und ein paar harte Rocker an der Theke, mit Bier in der Hand, fällt den "executive producern" bei Mtv scheinbar nicht ein, aber dafür kann man ja bei TIIARLLL immer schön "voten".

Ach ja und nun zurück zu meiner Überschrift, die ich schon wieder revidieren muss. Ich war durch die präsentierte amerikanisch bzw. englisch-sprachige Musik zunächst erfreut, da sie schlecht war und dem Großteil der deutschen damit ins nichts nachstand. Ich brauchte mich also für einen kurzen Moment gar nicht zu schämen, aber dann hat schon wieder Bushido gewonnen. Er ist der beste deutsche Act. Die Nominierten sind wohl auch diesselben wie letztes Jahr gewesen, also braucht man sich nicht zu wundern. Die Röte im Gesicht ist zurück. Toll, danke Mtv!

Donnerstag, 1. November 2007

Jetz mal ellich,

es ist mir nicht klar wieviele Mitglieder die Pussycat Dolls haben. Ich war auch zu faul mal nachzuschauen, denn sein wir ehrlich, bis auf die Tante ganz vorne interessieren die auch nicht. Man könnte sie wahrscheinlich sogar austauschen und keiner würde etwas mitbekommen. Singen dürfen sie nicht und richtig sexy sind sie ebenfalls nicht.

Das erste Album verlor sich, wenngleich sehr erfolgreich, zuweilen in den Gefilden der Langeweile. Die spartanisch gehalten Songs, oft mit einer dominierenden Rhytmusgruppe unterlegt, können vorallem live nicht so richtig punkten.

Jetzt bin aber etwas erschrocken, denn die Madame "my name is nicole" alias Frontfrau der "Dolls" bringt ihr Solodebut nicht herraus. Oder doch? Na ja wird sie schon, aber wohl erst nächsten Monat. Oh. Kurzfristige Änderung, erst nächstes Jahr. Exakt so entwickelt sich das seit einiger Zeit. Es gibt Aufschub um Aufschub, was wohl auf fehlendes Interesse der potentiellen Käuferschaft schließen lässt. Wie konnte das denn passiern? ?

Ich verstehs wirklich nicht. Ok, mein Typ ist sie nicht, aber ein mediales Spektakel wird dennoch um sie kreiert und das nicht in einem negativen Sinne. Bei "Youtube" kann man ihre ersten beiden Videos begutachten. Sie taucht vermehrt als Live-Act auf und teure Produzenten hat sie sich auch mit ins Boot geholt.

Analysieren wir die Thematik folglich mal. "Whatever You Like" ist Mist. Den Strophen fehlt jegliche Dynamik, der Refrain kann als billig interpretiert werden und dieses Video, argh. In dieser Kiste, da erweckt sie den Eindruck einer völlig verwirrten Fledermaus. (Lieber Robyn hören!) Baby Love schließt sich an. Kein Clubsound, sondern Rn'B-Popballade. Eigentlich nur positive Kommentare bei "youtube" erschrecken mich etwas. Erstens weil das nie der Fall ist, normalerweise steht da immer "this ugly b***h" etc.. Zweitens ist dann das Fehlen von Käufern irgendwie unverständlich.
Wie teuer war das denn bitte? Das Budget des Videos reicht für die Produktion einiger Indie-Alben. Yacht, Sonne, Strand, halbnackte Frau, Sixpack Typ und Will I. Am. Achja, toll ist die Schleichwerbung für "Samsung". Das ist wohl modernes Marketing. Bei 1,75 Millionen Views lohnt sich das sicherlich. Irgendwie bin ich der Lösung der Problematik aber kein Stück näher.

Fürs "Blender" Magazin hat sich sogar noch zusätzlich einiger Kleidungsstücke entledigt und dennoch mag sie keiner so richtig. Die Leute kaufen sogar das Britney Spears Album! Verkehrte Welt. Vielleicht suchen die Leute nach den Extremen. Carrie Underwood als die Unschuld vom Lande verkauft sich prächtig, na ja und Spears als der Gegenpart.

Womöglich hat sie einfach keinen Charakter, oder ihre Musik. Es ist zu offensichtlich. Die Pussycat Dolls als Sprungbrett und dann macht sie ein Soloalbum und verdient viel Geld. Gönnt ihr wohl keiner.

Ich will diesen Artikel als Anlass nehmen meine wenigen, treuen Leser zu Kommentaren zu animieren, eine zufriedenstellende Lösung habe ich ja nicht gefunden.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Ich habs versucht!

Ist nicht immer der Fall, aber diesmal durchaus wahr. Bin krank. Erkältung. Nervt. Voll. So wie diese Sätze, wenn man sie überhaut so nennen darf, geformt sind, so gestalten sich auch meine Gedanken.

Ideen sind vorhanden, nur umsetzen lassen sie sich nicht. Konfus schwirren Satzbau und Vokabeln unkontrolliert in meinen Kopf herrum. Es ergibt sich dieses Gefühl der Frustration. Fürchterlich. Krank sein ist echt blblallssdsjd und so.

Zu Hause abhängen ist ja nett, aber sich dabei so fürchterlich unfähig zu fühlen ist erschreckend schlimm. Morgen ists bestimmt besser.

Ich geh mal ein Süppchen schlürfen.

Samstag, 27. Oktober 2007

Das schreit nach Remix!

Wie man das nennen soll, da bin ich mir nicht so sicher. Elektro-Synthie Pop vielleicht. Könnte hinkommen. Bei solchen Musikrichtungen handelt sich oft um Musik, welche zwar poporientiert ist, sich aber nie in den oberen Regionen der Charts wiederfindet. Bei "Blackout" dürfte das etwas anders aussehen.

Ja, Britney Spears. Ich erspare euch den obligatorischen Rundumschlag zu ihrer Person und gehe direkt zur Musik über. Den wohl selbstironischen Titel des Albums finde ich dennoch eher unpassend.

Musikalisch bewegen wir uns im Disco, Elektro Bereich. 80iger, 90iger und Sounds von heute schallen uns aus den Lautsprechern entgegen. Erstaunlich hierbei ist vorallem die zusammenhängende Soundsprache des Albums. Normalerweise würde man den üblichen Mix aus Produzenten erwarten, der für Vielfalt, aber nicht immer Homogenität sorgt.

So weit so gut. Bleibt offen, ob die Songs auf Grund ihrer ähnlichen Machart nicht zu langweilig geraten sind und ob sie überhaupt etwas taugen. Nun ich würde sagen "Gimme More" und zwar wortwörtlich.

Hier tun sich sicher Fragen auf. Ist ja auch klar. Die Antwort ist aber denkbar einfach. Das ist alles gar nicht schlecht. "Radar" oder "Break The Ice" überzeugen durchaus beim ersten Hören und auch "Gimme More" ist schon von Kritikern gelobt worden. "Heaven On Earth" ist jedoch zu flach, einfach zu öde, das könnte auch um 21 Uhr bei Wdr 2 laufen. Zu glatt, nicht anstößig, fast etwas billig. "Hot As Ice" geht als Discovariante eines modernen Girlpop durch und "Ooh Ooh Baby" ist irgendwie groovig anders.

Was da von Spears Gesangskunst zu halten ist, kann man kaum beurteilen. Ist sie doch durch eine Vielzahl von elektronischen Helfern gejagt, was bei dem vorliegenden Sound durchaus nachvollziehbar ist. Mehr als "Ok" bleibt nicht zu sagen, man hört das es Spears ist. Reicht doch, oder?

Nun aber zum Punkt. Wirkliche Hits hat das Album nicht. Ist nicht unbedingt schlimm, aber meine Kritik äußert sich darin, dass es wohl einfach zuviel Pop ist. Wäre das ganze etwas mehr Indie, wären die Nummern fetter, lauter, druckvoller, einfach eine Spur clubtauglicher. Und so findet sich der Bezug zur Überschrift. Hier sind Djs aller Art gefragt, die mal Hand anlegen.

Remixen ist angesagt. Die Basis für coole Sounds und Songs ist da, jetzt muss man nur noch mehr Energie hinzuzaubern. Oft werden coole Songs von übermotivierten Turntablerockern verhunzt, aber hier bietet es sich an. Los!

6 von 10 Punkten. Bisschen flach, bisschen innovativ, bisschen viel Pop.

Montag, 22. Oktober 2007

Die Sharon ist wie ne Schallplatte

Wah, wah, schrummel, bang, crash. So geht das los und so hört das auch auf. Die soulige, stupende Stimmgewalt Sharon Jones tritt in einen funkigen Dialog mit ihrer Band, den Dap-Kings.

Nur 10 Stücke sind auf der lakonisch als "Naturally" betitelten Platte zu finden. Enttäuschend ist daran aber rein gar nichts. So erfrischend "vintage" klang schon lange nichts mehr.

Die Essenz für eine solche Komposition findet sich in einer dezenten Ausgewogenheit. Klingen sollte es wie die perfekte Ökonomie aus kreativem Songschreiben, bewahren der Tradition und einer gehörigen Portion Tanzattitüde.

Bedeutet expliziter formuliert, sollte klingen wie Live in den 60zigern aufgenommen und durch moderne Technik mit den nötigen Drive versorgt sein. Sharon Jones und die Dap-Kings beherrschen dieses nahezu perfekt.

("Naturally" ist übrigens nicht ihr aktuelles Werk, denn dieses lässt etwas flottere Grooves vermissen.)

Warum ist sie denn wie eine Schallplatte? Nun, sie regt so unbeschreiblich ein Nostalgiegefühl an. Ehrlich, direkt und nie lasch fegt einem der Soul um die Ohren. "My Man Is A Mean Man" schöpft aus zwei Akkorden, einigen spitzen Bläsern und einer aktiven Rhytmussektion. Mitsingen ist bei dieser äußerst beschwingten Up-Tempo Nummer obligatorisch. Des Weiteren ist die Musik denkbar gut für einen Club, der sich zumindest eingeschränkt abseits des Mainstream-Techno etc. bewegt, geeignet. Nicht zu dreckig, nicht zu matschig. Das gilt es mit dem momentanen technischen Repertoire der Studios zu erreichen. Da wären wir auch wieder bei der Schallplatte. Sie vermag auf dem richtigen Plattenteller progressive Clubsounds aus den Lautsprechern zu drücken. Sie ist cool, alt, neu, nicht tot, sondern ein Trend.

Ich darf Frau Jones nicht vergessen. Sie gibt mit ihrer Stimme die angemessene, nicht immer geistreiche, Konversation dem Zuhörer entgegen. Sie klingt immer feminin, nicht so martialisch, wie einige andere Soulsängerinnen. Hörgenuss ist hier vorprogrammiert, auch wenn z.B. der Prolog von "Stranded in Your Love" dem lässigen Song etwas an Atmosphäre raubt. Entschädigt wird man aber großzügig oft bei dieser Platte. Jetzt fehlt mir noch ein Scotch, Zigarren und ein Hut.

8 von 10 Punkten sind angebracht. Macht doch einfach noch mehr poppiges Zeug drauf, dann kommen auch mehr Leute in den Genuss und bei solchem Soundtalent gibts auch keinen Ausverkauf.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Wilde Kerle brauchen kein Talent!

Davon könnt ihr euch selbst überzeugen! Der neue, deutsche Justin Timberlake hat nämlich ein krasses Video gemacht. Jimi Blue. Aha, yeah. Der Ladychecker mit Hut, Ambitionen und keinerlei Talent.

Faszinierend. Genau wegen solcher "Timberlakeäußerungen", die die Zeitschrift "Bravo" in regelmäßigen Abständen von sich gibt, habe ich nie Geld in ein solches Printmedium investiert. (Im Gegensatz zu vielen anderen Leuten, die mit mir dieselbe Schule besuchten)

Katastrophales Abschneiden auf ganzer Linie, würde eine Prüfungskommission wohl sagen. Bah. Da passt nichts.

Wer ist denn Jimi Blue überhaupt? Schauspieler, wie der Papa Ochsenknecht. Hat bei der erfolgreichen "Wilde Kerle" Sache mitgemacht. Weiss nicht genau was es ist, hat aber viele Anhänger. Was mit Fußball und schlechten Kostümen? Uninteressant.

Nun, man gebe ihm einen eifrigen Manager, geldgeile Plattenfirmen, einen Stylisten und die "Bravo". Einmal umrühren. Fertig. Was dabei entsteht kommt einer Mittelohrentzündung gleich. Wirkt auf den ersten Blick wie der Fiat Multipla und ihr wisst ja wie der aussieht. Das wohl hässlichste Auto aller Zeiten.

Das Jimi Blue hässlich ist würde ich aber nicht sagen. Mit dem schicken Tuch um den Hals macht er schon was her und das Make-Up kommt auch nicht zu kurz. Musikalisch ist er aber eher ein instrumentalisiertes, talentloses Produkt, was guten Pop in ein schlechtes Licht rückt.

Die deutschen Produzenten haben sich wie immer kreativ betätigt. Wer braucht schon eigene Ideen, wenn man einfach was von Timbaland klauen kann, es 90% schlechter macht und ne Menge Deppen es gut finden. Jippie. Jimi Blue passt genau rein, denn er kann weder singen, noch rappen, noch tanzen.

Normalerweise kann ich fast jeder Sache etwas gutes abgewinnen, aber hierbei nicht! Tut mir leid. Der Song "I'm lovin" ist bestenfalls eine drittklassige Timbaland Kopie, der über weite Strecken Ästhetik, sowie Eigenständigkeit fehlt. Der Text ist plump, keine Zeile bewegt mich zu einem Grinsen und auch das unterschwellige Maß an Selbstironie, lässt mich nur erzürnen.

Hab ich schon erwähnt, dass sein Englisch unterirdisch schlecht ist. Hier jagt ein positiver Aspekt den nächsten. Sexi Gyrl, so klingt, singt er das. Pfui.

Mal sehen welch exquisites Album er uns sicher nicht vorenthalten wird. Wacht auf da draussen! Es regt mich gar nicht so auf, dass es Jimi Blue gibt. Mich regts nur auf, dass es niemanden gibt, der mal wirklich nen überwältigen Popsong macht. Kein Singer-Songwriter Zeug, sondern so im Rihanna Style. Bissel Techno, Rock, einfach Misch-Masch, so aufgewehrtet, dass er massentauglich ist und edel klingt.

Wir bauen Autos wie die Weltmeister, Fußball ist auch nicht schlecht (gut gestern war nicht so super), fleißig und pünktlich sind wir auch, und verdammt!!! der drittgrößte Musikmarkt. Da muss doch was kommen. Ich verstehs nicht. Die Skandinavier schaffen es, die Briten, sogar die Franzosen bringen viel tanzbares. Schlimmer kanns nur werden, wenn die Chinesen sich nicht nur aufs Autos kopieren beschränken, sondern sich auch unser Musik annehmen. Da seh ich schwarz, wie schlecht wird das denn dann? Hilfe. Ab aufn Mond mit Virgin Airlines, so einen Pioneergeist brauchts. Bitte!

1 von 10 Punkten. Er ist erst 15. Das machts besonders tragisch.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Army of Darkness

So heisst entweder ein guter Film. So könnte aber auch eine Metalband heißen, wahrscheinlich gibt es sogar eine. Ich finds blöd. Also nicht den Film, sondern die ganzen bösen Bands.

Schwarze Klamotten, fettige Haare und finster dreinschauen wirken oft nicht sehr sympathisch. Überraschenderweise sind diese Leute oft sympathischer als es sich vermuten lässt, dennoch ist das Tragen von geschmacklosen T-Shirts schlechter Bands ein mir unverständliches Phänomen.

Wie gerade niedergeschrieben bin ich der Meinung, dass der überwiegende Teil härterer Musik ziemlich schlecht ist. Vornehmlich auf Grund miserabler Produktionen, überproduzierter Double-Bass, Plastiksound Gitarren, nicht vorhandenem Bass, quäkendem Genöl-Geschreie und immer wieder billige Elektro und Synthiestreicher-Einwürfe. Nicht zu vergessen sind auch tolle Soli, die ohne Sinn und Verstand wohl oft nur zur Aufwertung ohnehin katastrophale schlechter Musik dienen. Bah! Schämt euch, kein Wunder das niemand euch mag!

Nicht das ich kein Metal hören würde, aber es ist wirklich oft ermüdend. Da wird ein Album mit einer guten Wertung angepriesen, ob in Fachzeitschriften oder dem ominösen Internet und dann ist das wieder der klassische Müll.

Um mich diesem Elend zu entziehen gibt es nur einen Weg. Machine Head hören. Erstes und aktuelles Album. Fettttt!

Dreckig, klar, voller Ideen, packender Sound. Nie langweilig, immer technisch auf hohem Niveau, aber niemals nur endloses Gefrickel. Was bei Burn My Eyes noch aufbegehrender Trash Metal ist, wird bei The Blackening durch fantastisch moderne Produktion und abwechslungsreiche Strukturen fortgeführt. Dabei wird die nötige Melodielinie nicht vernachlässigt und fügt sich harmonisch zwischen Shouts und fette Riffs.

Davidian von Burn My Eyes bemüht sich nicht innovativ zu sein, es ist innovativ. Nicht so unnötig konstruiert wie Dream Theater. Nach dem Hören von Asthetics of Hate (The Blackening) brauch ich nicht mal mehr Ohren waschen, so wie bei dem Rest der Platte. Fegt die Gehörgänge denkbar sauber.

Clenching the Fists of Dissent beginnt langsam, ohne verzerrte Sounds und geht dann volle Möhre Richtung Mars, legt noch schnell ein Solo in der Umlaufbahn ein und verleitet zu unkontrolliertem Körperzappeln. Wolves ist durchgehend hart und Beautiful Mourning hat schöne, halb gesungene Passagen. Bam, bam, schepper, krach, lauter!

Ich kann sogar die Texte verstehen. Es wird immer besser. Und eine klasse Idee folgt der nächsten und so gehts mit dem Lob weiter.............. .

Vielen Kritikern war The Blackening zu wenig "kurze Songs mit Haudraufmentalität!". Dilettanten. Endlich ne Band die volle Mütze geben kann und dennoch verdammt kreativ agiert. Die tun was für das Metal Genre, ohne es zu verraten. Ich jedenfalls bin begeistert!

Morgen gibts was zu Jimi Blue, bißchen Kontrastprogramm kann nicht schaden!

8,5 Punkte. "Metal ist doch keine Musik", sagt der Mensch über 60.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Gehört, aber nicht gekannt!

Sehr richtig, absolut zutreffend, oh das wusste ich nicht. So oder ähnlich gestalten sich die Antworten um den heutigen musikalischen Protagonisten, den ich kurz vorstellen möchte. Er hat es wirklich verdient!

Der Mann ist mit Talent gesegnet, vielfach von weitaus bekannteren Musikerkollegen verehrt und sogleich herrlich bescheiden in seinen Ansprüchen. Was wiederrum ein Grund für seinen eher geringen Bekanntheitsgrad sein mag.

J.J. Cale zählt zu den meist-gecoverten Leuten der Welt. Allen voran hat er in Eric Clapton, Freund, Bewunderer und denjenigen der seine Songs berühmt machte. After Midnight, Cocaine usw. . Cales Stil wird immer als "laid-back" tituliert und deshalb ist es auch so gut. 2 cl Blues, 2 cl Country, 2 cl Rock, ach irgendwie Alles zusammen ergibt einen wirklich verführenden Cocktail. Garniert wird das alles durch seine einzigartige Stimme. Gefüllt mit einem Hauch Dreck, Gefühl und dem Streben nach musikalischem Einklang.

Doch damit nicht genug. Für seine Musik lässt er sich immer Zeit. Kreiert einen völlig einzigartigen Ton, bestehend aus einfacher Instrumentierung, die spontan wirkt, daher vollkommen zwangfrei und dennoch durchdacht ist. Ein wenig Session, ein wenig produktionstechnisches Kalkül. Geht in die Seele, vorallem bei Sonnenuntergang und angenehmer Dunkelheit. Immer weit entfernt von kaltem Elektromatsch.

Nen Bierchen dabei, so ich geh dann genießen. So fühlt sich der Calesche Groove an. Es verbinden sich dabei, ohne atmosphärischen oder stimmungsorientierten Umbruch, Balladen mit knackigem R&B.

Ich will nicht sagen, dass es beim ersten Hören befremdlich ist, aber es ist definitiv etwas neues.
Wenn doch alles so gefühlsecht und trotzdem voller Facettenreichtum wäre. Songs mit poppigen Melodien, gefolgt von leicht unprätentiösem Songwriting formen eine für das Ohr akkommodable Soundsprache.

Bitte mal hören. Zu empfehlen ist eigentlich Alles. Das Album Okie z.B. . Es ist auch eine Platte zusammen mit Clapton erschienen, diese ist zwar gut, aber schon vom traditionellem Sound Cales etwas abgewichen.

Ich bitte das Fehlen eines Bildes zu entschuldigen, aber blogger.com will heute keine Bilder hochladen. Argh!