Freitag, 6. Juni 2008

Viel bis wenig

In den letzten Tagen lausche ich vermehrt den eingängigen Klängen des Hip Hop. Nas, Da Grassroots, AZ, Dj Honda, Dj Premier, Jaylib fügen sich zu einem rhythmisch betonten, musikalischen Konvolut zusammen. Ich fühle dabei keinerlei Kontrition oder Scham, auch wenn ich kein waschechter Ganggsstaa bin.

Was ich aber sehe bestätigt meine grundsätzlichen Vorurteile voll und ganz. Wenn man Musik hört dann folgt meist der obligatorische Besuch bei "youtube", um Videos und besonders live Auftritte verfolgen zu können. So auch in diesem Fall geschehen. Kein Wunder also, dass ich mich freute, denn das gibt dem Hörerlebnis eine zusätzliche Dimension. (vorallem natürlich die Visuelle)

Ich kann an dieser Stelle fast keinem der Musiker gratulieren, wirkliche Qualität kann ich nicht konzedieren. Hip Hop live ist eine absolute Katastrophe. Die Kiffen, da laufen 20 Leute aus der Entourage verwirrt über die Bühne, die brüllen unverhältnismäßig unartikuliert ins Mikrofon oder hängen dem Tempo dermaßen hinterher, dass von laid-back schon lange keine Rede mehr sein kann.

Fehlende Professionalität, fehlendes Talent oder was auch immer sich dahinter verbergen mag, es nervt. Das viele Hip Hopper keine guten Musiker sind, brauche ich nicht weiter empirisch zu untersuchen, aber gerade diese Gattung im weiten Feld der Musikgenres sollte den Begriff Taktgefühl schon einmal vernommen haben.

Selbst Lupe Fiasco den ich für seine gute Bühnenpräsenz gelobt habe, kann ich jetzt kein makelloses Zeugnis mehr ausstellen. Bei einer Veranstaltung des Senders Mtv zum Komatrinkereignis des amerikanischen "Spring Break" kratzt seine präpotente Stimme an der Grenze der Erträglichkeit. (man suche nach: Lupe Fiasco-Daydreamin' Springbreak) Manchmal kehrt sich überschwänglicher Enthusiasmus auch ins Negative um. Schade.

Man kommt dabei schon ins grübeln, besonders wenn einem bewusst wird, dass der Großteil des Geldes heute mit Konzerten zu holen ist. So wenig CDs werden dann wohl doch nicht verkauft, sonst hätten die Rapper nicht alle so viel Bling um den Hals. Ich glaube ich gehe mir jetzt eine von den gefälschten Diamantuhren kaufen. So etwas wird tatsächlich verkauft!

Freitag, 30. Mai 2008

Ich habe delinquiert

Ja, ich habe gesündigt. Ich habe es tatsächlich gewagt Deutschland sucht den Superstar zu schauen. Einer der wahrlich langweiligsten Samstagabende, die ich je verbracht habe.

Grundsätzlich hat das Wort "Dsds", bzw. das damit verbundene Spektakel, einen wirklich pejorativen Charakter erhalten. Talentierte Sänger zu suchen und sie zu einem Popstar zu formen, dass ist ein fingiertes Konzept. Um es exakt zu formulieren, darum ging es auch nie. Die angepriesenen Mottoshows sind dröge Veranstaltungen ohne Witz und Charme, fern jeglicher Inspiration und Abwechslung. Das Augenmerk liegt auf den vorrangegangenen Castings. Konservative Medienwächter protestieren vehement, während das gemeine Volk sich an dilettantischen Gesangesdarbietungen ergötzt und delektiert.

Den manchmal brutalen, zurweilen auch verachtenden Sprüchen Dieter Bohlens frönen die Zuschauer und honorieren mäßige Interpretation der immerselben Songs mit überschwänglicher Zustimmung. Der Wunsch nach kurzweiligem Ruhm und schnellem Geld ist bei den Kandidaten scheinbar oft zwingender als die Gabe der gesunden Selbstreflexion.

Ich bin grundsätzlich der Überzeugung, dass jeder selber die Verantwortung trägt wenn er oder sie sich entschließt an den Castings zu partizipieren. Es lässt sich sicherlich eine kontroverse Diskussionsrunde initiieren, welche sich dem Thema der fehlenden Mündigkeit junger Menschen widmet und sich über den tiefen Schlund der kapitalistischen Ausbeutung auslässt, aber es handelt sich immerhin um die fünfte Staffel. Die Kenntnis über den zu erwartenden Misserfolg muss einfach vorrausgesetzt werden können.

Warum jedoch schafft es "Dsds" nicht einen guten Künstler zu formen. Mark Medlock ist nur mit Erfolg gesegnet, weil Dieter Bohlen nicht von seiner Seite weicht oder andersrum. Seine Songs sind von äußerst geringer Qualität. Alexander Klaws jodelt inzwischen beim Musical, Elli (wenn man ihren Namen so schreibt) war ein Totalflop, Tobias Regner konnte schon nach der ersten Single seine Sachen packen und was jetzt aus Thomas Godoj wird weiss auch keiner. Musik ist aber bestimmt "sein Leben" und da er so ein richtiger Musiker ist, wird er auch immer Musik machen.

American Idol zeigt das es auch anders geht. Wir Europäer monieren nur allzuoft bezüglich des amerikanischen Selbstverständnisses, welches aus unserer Sicht von außerordentlicher Überheblichkeit, Naivität und unermesslichem Konsum geprägt ist. American Idol ist überraschenderweise um Klassen besser als sein deutsches Pendant. Da muss man sich doch auf Grund der vorangegangenen Auflistung fragen wie das denn überhaupt sein kann.

Die Antwort gestaltet sich eher schlicht. Das Konzept der Show in den USA ist anders fokussiert. Es glänzt an der ein oder anderen Stelle auch mit völlig irritierenden Äußerungen der Jury (s. Paula Abdul) bemüht sich aber gleichzeitig eine musikalische Qualität zu wahren. Es geht nicht so sehr um die Schaffung und Erzeugung beschämender Momente sondern um die Suche nach einer Person die sowohl optisch und sängerisch gelehrig ist und willig sich der Musikindustrie auszuliefern.

Das dabei Marionetten der Plattenfirmen gezeugt werden ist in den meisten Fällen anzunehmen. Doch auch in dieser Hinsicht belehrt uns American Idol eines Besseren. Chris Daughtry hat seine Chance genutzt und sich sowohl interaktiv am Entstehungsprozess seines Debüts beteiligt, als auch die Vorteile des Sprungbretts "Casting Show" genutzt. Das Ergebnis ist ein zuweilen etwas flaches, zu poppiges Album, das dennoch Höhepunkte hat und Respekt verdient. Im Übrigen mag ich es.

Rtl wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit hüten die Konzeption seiner Show zu ändern. Das ist schade, denn so bleiben uns wohl mögliche Talente verborgen. Heute schrecken die Deutschen Plattenbosse nichtmal mehr vor einem Engagement ausländischer Produzenten zurück, was zur Folge haben könnte, das wirklich gute Musik geschaffen wird.

Ich würde mir einfach wünschen, dass das deutsche Fernsehen mit neuen Idee aufwartet und zwar solchen die sich der Musik widmen. "Dsds" muss man nicht abschaffen. Vielmehr wäre es wünschenswert Musikshows einen Sendeplatz zu bieten, die in welcher Form auch immer Musik besprechen, vorstellen oder auch analysieren. Es wird überall philosophiert, gekocht und sich ausgezogen, da muss es doch möglich sein Musik zu präsentieren. Das wäre sehr nett liebe Intendanten!

Dienstag, 22. April 2008

Pfad der Tugend

Da hört man die Stones und was bekommt man gesagt? Das ist doch gar nicht deine Zeit! Schön ist, dass das bei den Stones gar nicht stimmt, denn die Opas werden auch noch im Sarg auf der Bühne stehen.

Kontempliere ich über das Lebenswerk der Stones, komme ich zu der Auffassung, dass es zwei Arten von Stones Hörern gibt. Zur ersten Gattung zählen die treuen, langjährigen und vernarrten Fans, zur zweiten zählen diejenigen, die schon zu Beginn einer Konversation von ihrer monumentalen und unbändigen Liebe, die sie für die Stones empfinden, schwadronieren. Ich jedoch habe weder die Stones gehört noch exzessiv über ihre Vorzüge referiert, womit ich mich selber aus meinem Zwei-Klassen System ausschließe.

Gestern lauschte ich den Klängen von "Sticky Fingers", was mich um eine Erkenntnis bereicherte und überraschender Weise habe ich endlich verstanden warum so viele der Gruppe huldigen. Es ist nicht die verrückte Drogenzeit gewesen, die Tatsache das sie zu einem Phänomen der Musikszene geworden sind oder das Faktum, dass Captain Jack Sparrow Gitarre bei ihnen spielt. Die machen einfach ihr Ding und sind musikalisch fast undefinierbar.

Das ist weder Rock, noch Blues, noch Pop, noch Progressive Extreme Grind Emo Core. Kurz gesagt das ist Alles, was aber nicht bedeutet das es Nichts ist. Es sind einfach die Stones. Da wird zu Beginn mit einem Opener gerockt, dann gibt es ein Slide Guitar Intermezzo und schlussendlich wird wehmütig eine Akustikinstrumentierung in Szene gesetzt. Jedes Stück kommt locker daher. Der Hörer gewinnt den Eindruck von einer entspannten, gleichwohl professionellen Band, die darauf bedacht ist ein Album zu entwickeln, das anderen Künstlern zu Neid gereicht. Ich find es geil!

Letzteren Satz hätte ich vor zwei Tagen noch nicht formuliert. Ich vermute es ist auf dieses unbeschwerte Gefühl zurückzuführen. Man hört nicht das vielleicht 200 Takes nötig waren um die Phrasierungen ausreichend zur Geltung zu bringen. Sogar Country klingt bei diesen Herren irgendwie nicht zu sehr nach dicken Amerikanern mit Texas-Akzent, Hut, Pickup und Shotgun.

Da meine Stones Erfahrungswerte erst am Anfang ihrer Entfaltung stehen weiss ich noch nicht welches schwarze Tal der Kreativlosigkeit sie durchschritten haben mögen, aber es wird mir auch eine Freude sein das herauszufinden. Bis dahin höre ich Sticky Fingers.

Sonntag, 30. März 2008

Und sonst?

Packende Veröffentlichungen auf dem Sektor der Musikpublikation sind aktuell eher als Mangelware zu bezeichnen. Das ist wohl auf eine postweihnachtliche Krise zurückzuführen, welche sich auch auf die Sektoren Film, Videospiel etc. erstreckt. Gesteigert wird die Flucht in die endlose Langeweile nur noch im so berüchtigten Sommerloch.

Ganz so dramatisch wie gerade erörtert präsentiert sich die Gesamtsituation jedoch bei weitem nicht. Das Schlimmste haben wir hinter uns, das trifft hoffentlich auch auf das Wetter zu. Was sich aber deutscher Staatsbürger nennt, ist von Geburt an mit einem Talent zum Nörgeln gesegnet. Dieses bedarf ausgeprägter Pflege und muss ansprechend zelebriert werden, denn wenn wir ehrlich sind empfinden wir beschwingende Satisfaktion bei ebensolcher Tätigkeit. Folglich will ich lamentieren und das in ausgeprägter Art und Weise.

Beginnen werde ich mit "Disturbed". Live können sie den Druck und die so fesselnd kompakte Produktion ihrer Alben nicht transportieren. Das ihr so unverwechselbarer Stil sich aber schon auf drei Studioproduktionen wiederfindet ist beachtlich. Noch beachtlicher ist, dass ein viertes Werk im Juni folgt. Zwei Songs sind schon zum Download auf der ihrer Homepage bzw. bei "myspace" zum Rezipieren freigegeben. "Solider Disturbed Sound", kann ich definitiv attestieren. Mehr aber nicht. Die Revolution bleibt erwartungsgemäß aus. Würden "Disturbed" etwas Neues machen würden sie aber wohl oder übel ihr "St. Anger" erleben und das will nun wirklich keiner. (Es scheint aber mehr Gitarrensoli zu geben. Das finde ich super!!!)

Was auch niemand will ist Madonna. Jeden Song den sie veröffentlicht hat malträtiert in unerträglicher Weise unsere Gehörgänge. Die Kollaboration mit "JT" und "Timbo" war unausweichlich und auch in Zukunft wird sie uns mit ihrem Schauspieltalent beglücken. Unnötig zu erwähnen, dass "4 minutes...." nach 30 Sekunden schon jeglichen Charme verloren hat.

Die Flut von Neo-Soul die im Vereinten Königreich ihr Unwesen treibt findet in "Duffy" den nasalen Höhepunkt. "Mercy" ist ein super Song. Coole Atmosphäre und edler Sound ziehen Alle in einen Bann. Da fällt einem auch erst beim zweiten Hören auf, dass "Duffys" Stimme wahrlich wenig mit Soul zu tun hat. Schrill und mit dezentem Kreischfaktor wird man umgarnt und gibt sich der Soul-Koketterie hin. Die Songs sind Soul, die Stimme nicht, also bitte nicht als solche verkaufen.

Vor einiger Zeit war ich noch auf Grund der letzten "P.O.D." Studioproduktion pikiert, die sich immer tiefer in Nu-Metal Gematsche verlor. Nu-Metal muss tight sein! Ist doch nicht so schwer. Anfang April steht nun ihr neustes Werk im iTunes Regal und zwar mit altem, neuen Gitarristen. Ähnlich wie bei "Disturbed" sind zwei Songs zum Hören bereitgestellt.
Besser als beim Vorgänger ist der entwickelte Sound aufjedenfall, aber so krachen wie bei "Satellite" tut es nicht. Die Verzweiflung steht mir ins Gesicht geschrieben. Manchmal denke ich mir, es wäre gut wenn Bands das Klangbild ihres besten Albums einfach kopieren würden. Nuancen kann man ja ohne Probleme hinzufügen und gestalten. (Wahrlich blöde Idee)

Noch besser sie engagieren mich als Produzent!!! Dann wirds spitze!

Warum die Plattenbosse von Britney Spears den besten Song ihres aktuellen Albums erst als dritte Single veröffentlichen, als der Zug schon längst abgefahren ist, das weiss ich leider auch nicht. Über das so kreativlose Animationsvideo brauchen wir wohl gar nicht erst zu sprechen.

Die Erkenntnis, dass "Moby" kein richtig gutes Album mehr machen wird, ernüchtert Keinen mehr. Das die Kritiker R.E.M wieder mögen interessiert mich nicht. Das Mr. West "Estelle" zu Ruhm verhelfen will ist löblich, aber "American Boy" irrt zwischen genial und belanglos umher. P. Diddy castet zum 70-mal eine Band und so gut die Damen von "Danity Kane" auch singen, tanzen und aussehen mögen, der Erfolg bleibt aus. Schlechte Songs verkaufen sich nicht immer.

Wie JR Rotem auf die Idee kam mit Sean Kingston "Beautiful Girls" zu produzieren ist mir ein Rätsel, aber "Take You There" entschädigt mit den herrlichen Sythie Sounds und dem leicht ironischen Textzeilen. Erfreulich auch das "Surkin" sein Talent nutzt und ein wenig in Richtung 80ziger treibt. Bei Jimi Blue läuft die Popmaschinerie auf Hochtouren, aber eine Bitte hätte ich da doch! Ich wäre positiv überrascht wenn jemand in seinem Management etwas Geld für das Erlernen der englischen Phonetik bereitstellen würde. Ehrlich. Man kann ihn für Alles hassen, auch wenn unsere kapitalistische Gesellschaft einfach so ist, aber bitte bringt ihm bei wie man Englisch spricht!!!

Bei Daughtry klingt jeder Song gleich, aber trotzdem super Album, irgendwie eine Mischung aus Creed und Nickelback.

Samstag, 22. März 2008

Ein Fiasco?



Oh, ich liebe Überschriften mit schlechten Wortspielen und deshalb mag ich auch Hip Hop. Ob Method Man von seinen Drogeneskapaden berichtet, " I got, fat bags of skunk,I got, White Owl blunts, And I'm about to go get lifted, Yes I'm about to go get lifted" oder Lupe Fiasco sich vehement gegen selbige wehrt, da ist für jeden etwas dabei.


Old School Rap hat durchaus das Potential zu nerven. Genauso aber die neueren Kreationen aus den Samplern. Das liegt daran, das Vieles einfach billigt klingt. Kanye West gibt sich alle Mühe soviel Hip Hop Kunst zu betreiben wie möglich. Da lohnt es sich auch schonmal "Stronger" von 10 verschiedenen Leuten mixen zu lassen. Lupe Fiasco hat sich auch auf eine solche Musikproduktion fokussiert und so richtig klappen will das nicht.


Viele Streicher, weniger pompös als bei Mr. West, eine Anti-Gangster Attitüde, eine markante Stimme und ein bißchen Soulflair. Das funktioniert schon relativ gut, aber dann kam "youtube". Also von vorne. Ich habe das Food und Liquor Album gehört. Nicht schlecht. Durchaus abwechslungsreich. Dann suchte ich nach einem Live-Auftritt bei erwähnter Internetplattform. Daydreamin' live on Letterman war dort zu finden und sogar Jill Scott war wirklich live mit dabei.


An dieser Stelle sollte gesagt sein, dass ich nicht der größte Fan von Bühnenauftritten der Rapzunft bin. Die hängen dem Tempo oft hinterher und sabbern sich ins Mikro einen zusammen. Der Beat kommt nicht fett und auch sonst nervt die Entourage die mit Handtüchern um den Hals umherhüpft.


Lupe machts anders. Band, Streicher mit Instrumenten und kein Vinyl. Sehr gut. Blöd nur, dass es live besser ist, als auf der Platte. Die mag ich gar nicht mehr hören. Das Schlagzeug klingt so, wie Käse aus der Dose schmeckt. Jill Scotts Stimmgewalt wurde weggemixt und Herr Fiascos exzessives Armgewedel findet auf der Cd keine Energieumsetzung. Vielleicht wollten sie es einfach ein bißchen zu gut machen. Die Musik ist einfach nicht so fett, umso beeindruckter bin ich von der Tatsache, dass er live ein Wucht ist und das mich vorallem seine Texte mehr interessieren als die Produktion. Das spricht sicherlich für einen Rap/Hip Hop Musiker.


Das bringt mich auf den Gedanken, ob es nicht eine Überlegung wert ist, Lupe Fiasco mit einer um Streicher, Bläser, Filmmusikkomponisten und Dj erweiterter Band ins Studio zu stecken. Ein wenig analoges Aufnehmen einsetzen und die Vocals etwas roher daherkommen lassen. Ich glaube, dass würde mir die Ohren wegpusten. Wenn man sich die Riesengarde an Produzenten leisten kann, wie sie bei Food und Liquor zum Einsatz kam, dann sollte dieses Unterfangen kein Problem darstellen. Mit der Band kann er dann auch gleich seine fantastische Liveperformance bieten. Denken sie darüber nach Herr Fiasco, sonst wirds spätestens beim dritten Album langweilig!

Mittwoch, 19. März 2008

Nachtrag

"I got in my car. I remember I was listening to Jeff Buckley doing Leonard Cohen's (song) Hallelujah and sat there and took a bunch of (prescription drug) Adavan in a Best Buy (store) parking lot."

Pete Wentz

Donnerstag, 13. März 2008

Wer braucht schon Till Brönner

Unentwegt bemühen sich die Medien eine kleine Priese Jazz und Klassik in den Kosmos zu streuen, um das Gewissen des Zuhörers zu entlasten. Den Großteil der Menschen, sofern nicht elitär oder unentwegt durch "die alte Schule" geprägt besinnt sich nämlich auf Rock/Pop und die älteren Mitmenschen auch manchmal auf Schlager. (die Besoffenen auch) Besagtes Gewissen gilt es aber auch zu beruhigen und daher muss man ab und an erzählen was man denn Alles an Klassik und Jazz so rezipiert. Ja, is klar.

Till Brönner ist da ein schönes Beispiel. Der darf mal ein wenig bei Schmidt und Pocher spielen, wird beim "Echo" mit der Kamera eingefangen und besitzt ein ansprechendes Äußeres. Genauso wie Lang Lang, Anna Netrebko und die Verbliebenen die mir erst einfallen wenn ich gerade den Artikel fertig habe.

Irgendwie polarisieren diese Musiker nicht richtig. Außer Frage steht, dass ihr Handwerkszeug exzellent ist. Lang Lang bildet eine fast komische Erscheinung und besitzt herrausragende Technik. In Anna Netrebko hat man eine Opern-Diva gefunden, die nicht 7 Tonnen wiegt und Till Brönner spielt bei jedem Song ein anderes Instrument.

Bekennen kann ich mich jedoch zu keiner Person. Spreche ich davon das ich Brönners Dvd gut finde, dann bekomme ich zu Hören, wie innovativ es doch ist, dass er einen Dj dabei hat. Oh ja. Würde ich Netrebko live sehen, dann würde die Frage gestellt ob die denn live auch so toll singen kann wie im Fernsehen. Argh. Bei Lang Lang wäre wohl auch eher nach Schnelligkeit und nicht nach Interpretation gefragt usw. .

Das nervt. Vermeiden kann man das nicht, aber es nervt. Wenn ihr Oper ansprechend findet, dann beschäftigt euch damit und geht doch nicht in eine Open-Air Veranstaltung mit 50000 anderen Menschen, wo man Alles nur über Lautsprecher hört und ja, Weihnachtsalben sind immer scheisse. Entschuldigung. Die sind scheisse! Egal von wem und es gibt weiss Gott genug von dem Zeug.

Also wer sich für Klavier interessiert kann es ja mal mit Swjatoslaw Richter versuchen und wenn man Trompetenfetischist ist Joo Kraus "Public Jazz Lounge" hören. Opern von von Gluck ohne Netrebko sind auch toll. Viel Spaß!